10. Trenque Lauquen – Uruguay – Cordoba

10. Reisebericht: Thermen in Uruguay – Wir kommen!

Buenos Aires – Zárate – Gualeguaychú – Colonia de Sacramento (Uruguay) – Montevideo / Punta Espinillo – Pirlápolis – Punta del Este – José Ignacio – Punta del Diabolo – NP Santa Teresa – Minas – Thermen Almirón – Paysandú – Thermen Guaviyú – Salto / Thermen Daymán – Thermen San Nicanor – Thermen Arapey – Thermen Salto Grande – Concordia (Argentinien) – Arroyito – Cordoba

Endlich waren wir wieder auf der Strasse und unser naechstes Ziel hiess Uruguay. Und um dahin zu kommen mussten wir nochmal an Buenos Aires vorbei, und so haben wir die Gelegenheit fuer einen Ueberraschungsbesuch bei Silvia und Willi in Buenos Aires genutzt. Den Weg haben wir dank unserer GPS-Daten problemlos auch in der Dunkelheit gefunden und bei ihnen am Haus angekommen, hatten wir nur noch das Problem, nicht die richtige Klingel zu wissen. Also hab ich angerufen und Willi gefragt: ”Kannst du mir bitte die Tuere oeffnen?” Er war natuerlich etwas verduzt und fragte mich nur, wo ich denn sei? – “Na vor eurer Tuere!” In der Wohnung gab es ein riesen Hallo, die Ueberraschung ist uns gelungen. Die beiden sagten kurzfristig ihre Plaene fuer uns ab und wir verbrachten einen lustigen und unterhaltsamen Abend. Es gab natuerlich viel zu erzaehlen und dank unserer voranschreitenden Spanischkenntnisse nicht mehr ausschliesslich auf englisch. Da alle am naechsten morgen aufstehen mussten, gings trotzdem zeitig ins Bett. Wir wollten auch frueh loskommen, denn wir hatten ja noch fuer unsere Wohnungssuche in B.A. einiges vor uns. Die beiden boten uns gleich wieder an laenger zu bleiben und uns bei der Suche behilflich zu sein, aber wir wollten erst mal den Tag abwarten. So begaben wir uns in den morgentlichen Berufsverkehr, unser Aussenspiegel ist beinahe einem LKW zum Opfer gefallen und dann gings ueber die Autobahn. Bloed nur, dass es keine richtigen Spuren gibt, dazwischen ein paar lebensmuede Radfahrer und einfach alle irgendwie nebeneinader – oder durcheinander – fahren und als sich die 10 Spuren ploetzlich auf vier verengten, wurds auch fuer uns öfter mal eng. Aber was kann uns schon so ein bisschen Verkehr anhaben, also Augen zu (ich) und durch (Mathias).
In Buenos Aires haben wir uns einen Tagesparkplatz am Hafen gesucht. Da der Parkplatz gleich neben der Anlegestelle der Boote nach Uruguay lag, haben wir uns erst mal nach den Preisen für die Überfahrt nach Montevideo erkundigt (den Gedanken haben wir danach allerdings wieder verworfen, wir wollten dann doch lieber die Strecke ueber die Brücke in Zárate nehmen.)
Danach gabs Fruehstueck in einem typischen Café mit vielen Medialunas und beim leckeren Milchkaffe wurden Wohnungsanzeigen gecheckt. Danach wurden die Möglichkeiten des Schwarzen Brettes im Goethe-Institut ausgeschöpft und ab ins Internet und Leute angeschrieben. Danach gings, ich muss es zugeben, ins McDonalds, denn trotz dem lecker Fleisch hier, ist so ein Bigmac auch mal wieder lecker. Danach haben wir uns durch die Stadt zurück zum Auto gewühlt, vorbei an Strassenhändlern aller Art, Zauberern, Musikanten, auf engsten Gehsteigen, die Fussgaengerzone ein einziges Gewusel, überall laute Musik – so hektisch hatte ich B.A. nicht mehr in Erinnerung.
Also haben wir uns auf den Weg nach Zárate gemacht und unterwegs hatten wir ziemliches Glück, denn ein 30cm grosses Metallstück ist wenige Zentimeter neben den Scheinwerfern und unter der Windschutzscheibe in unsere Kühlerverkleidung eingeschlagen. Ausser einem kaputten Plastikteil ist zum Glueck nix passiert. Puh, das hätte auch ins Auge gehen können.
Diesmal mussten wir über die rote Brücke des sumpfigen Gebietes des Rio Paraná, unter der wir vor ziemlich genau drei Monaten schonmal mit dem Schiff durchgefahren sind. Und am anderen Ende wollten wir uns einen Campingplatz suchen, und auf dem Weg dorthin landeten wir zufällig bei dem zu einem Hotel umgebauten gestrandeten Schiff, das wir auch noch von “oben” kannten. Also nix mit Camping, wenn man schon mal die Gelegenheit hat in einem ehemaligen Schiff zu nächtigen, nutzen wir sie. Das Hotel hatte eine urigen Aufenthaltsbereich, viel Holz, gemütliche Sitzgruppen und Billardtische. Der Weg zum Zimmer führte durch die rustikalen Gänge, die zwar ihre besten Zeiten schon längst hinter sich haben, aber doch einen Hauch von Abenteuer und dem ehemaligen Luxus und versprühten. Im Zimmer angekommen, war vom Luxus dann doch nicht mehr so viel zu spüren und bei längerer Betrachtung des Badezimmers (teilweise ausser Betrieb – Gemeinschaftsduschen ein Stockewerk tiefer), der Leopardenvorhänge und der Bettwäsche, haben wir uns unsere Schlafsäcke aus dem Auto geholt. Abends fiel dann zweimal das Licht aus, aber die Handwerker brachten uns eine Neonlampe, damit wir nicht ganz im Dunkeln sassen. Ein wenig gruselig war das grosse Schiff schon, ausser uns kaum Leute und da wir noch dazu recht muede waren, verschoben wir unseren Erkundungsgang und schliefen zeitig ein.
Am nächsten Morgen sieht die Welt ja immer fröhlicher aus und so durchstöberten wir jede Ecke des Schiffes und staunten ueber die zugewucherten Geländer, den ehemaligen Tanzsaal, das Geschrei der Affen und Papageien und die Löwen in ihrem Dschungelgehege. Denn obwohl alles ein ziemlich runtergekommen ist, ist es doch irgendwie charmant. Vor dem Schiff waren schöne Bademöglichkeiten am Ufer und rundherum alles grün. Schön hier, aber das nächste Mal nehmen wir doch lieber den Campingplatz in Anspruch. Noch dazu schlafen wir so traumhaft in unserem Pauli, warum sollten wir ihn dann die Nacht über alleine lassen?

Aber es zog uns ja nach Uruguay, also wieder schnell auf die Strasse. Man merkte schon, dass wir weiter im Norden waren, denn die Strassen sind voll mit Parilla-Möglichkeiten und die Umgebung ist richtig schön grün. Unterwegs gabs noch eine Polizeikontrolle, aber auch diese Herren hatten kein grosses Interesse an uns. Kurzer Blick in den Pas, woher, wohin, schneller Blick ins Auto und gute Weiterfahrt gewünscht. Na hoffen wir mal, dass das in Zukunft so bleibt.
In Gualeguaychú (fuer den Namen hab ich lange gebraucht!), der letzten Stadt vor der Grenze zu Uruguay entdeckten wir ein Schild mit Thermen. Also verschoben wir den Grenzübertritt noch ein wenig und genossen erst mal das schöne Wetter und das heisse Wasser von 37º – 41º. Die Thermen haben einen Campingplatz angeschlossen, einen kleinen Kiosk und sogar Internetzugang. Ideal fuer uns. Abends haben wir im Ort unseren üblichen Supermarkt, Wäsche und Internetkram erledigt, und auf der Suche nach einem Frisör wurden wir von ein paar Einheimischen angesprochen. Die haben sich sehr für unser deutsches Nummernschild und unsere Reise interessiert und uns gleich den besten Frisör empfohlen. Zudem haben sie uns – soweit wir sie verstehen konnten – über die Problematik der “papeleras” aufgeklärt. Eine finnische Papierfabrik will in Uruguay saeine Fabrik an den Rio Uruguay – Grenzfluss zwischen Uru. und Arg. – bauen. Die bringt zwar viele Arbeitsplätze, aber leider auch Umweltverschmutzung mit sich. Folglich demonstrieren die Argentinier gegen den Bau der Fabrik und wollen die Brücke, die über die Grenze führt sperren. (Mittlerweile haben wir auch andere Aspekte und Umstände erfahren und sehen die Sache etwas anders.) Auf jeden Fall sollte in den nächsten Tagen die Sperre erfolgen, aber noch kämen wir drüber. Also haben wir uns noch einem Tag locker gemacht, viel geplantscht, wettgetaucht und wettgeschwommen, mit Leuten unterhalten und zum Abendessen haben wir uns dann doch noch mal aufgerafft ins Zentrum zu fahren. Dort haben wir das abendliche rege Treiben auf den Strassen genossen und uns nach so einem anstrengendem Tag mit leckerem Flussfisch und Nudeln mit Meeresfruechten belohnt. Mmmmhhhhh!
Beschwingt und muede waren wir wieder auf dem Zeltplatz und haben uns nach einer Session Fliegen- und Mückenjagd ins Bett gelegt.

Jetzt hiess es aber wirklich: ab nach Uruguay! Frisch geduscht haben wir uns auf den Weg gemacht. Leider ist es wohl verboten, die Ersatzkanister vor dem Grenzübertritt zu füllen, was sich wirklich gelohnt hätte, denn in Uruguay kostet der Sprit statt 50cent etwa 1,20€. Aber naja, haben wir uns dafür mit Zigaretten eingedeckt. Lohnt sich auch. Und seit wir ohne Dachständer fahren haben wir tatsächlich einen geringeren Spritverbrauch von 20%. Macht schon was aus.
Unterwegs sind wir schon an der vorbereiteten Strassensperre vorbeigefahren, die aber noch offen war. Überall waren Leute, die ihre Zelte aufgebaut hatten, am nächsten Tag wären wir nicht mehr weitergekommen. Nur noch über die Brücke uns schon waren wir in Uruguay. Der Zöllner war ziemlich lustig, hat sich natürlich nicht für unsere Kanister interessiert, und nach einer ziemlich schnellen Abfertigung konnten wir weiterfahren. Schnell noch durch ein Desinfektionsbad, nicht weiter schlimm, aber wir hatten die Fenster offen, und gerade als wir durchfuhren, ging ein Sprenkler in Fensterhöhe an. Ih!
An der letzten Kontrolle fehlte uns natürlich doch noch irgendein Stempel, also wieder zurück (durch die Desinfektion, diesmal mit geschlossenem Fenster) und dann endlich rin ins Land.

Die erste Stadt, die wir erreichten war Mercedes, dort sind wir erst mal in die nächste Bank, da wir keinen Pfennig Uru-Pesos hatten. Die Orte haben schon südamerikanisches Flair, aber wenn man so die Landschaft anschaut, kommt man sich irgendwie vor wie in Deutschland. Kleine Huegel, Felder, Traktoren, einige Bauern und vereinzelt Häuser, zwar ziemlich runtergekommen, aber dafür häufig im schönen Kolonialstil. Nur viel weniger Autos, und das was da rumfährt erinnert eher an Ost-Europa. Abgesehen von den Palmen. Uruguay ist kein sehr dichtbesiedeltes Land. Es ist etwa halb so groß wie Deutschland und hat gerade mal 3 Mio. Einwohner. Fast die Hälfte der Einwohner lebt in Montevideo, demnach ist ausser in der Hauptstadt nicht viel los.
In Colonia de Sacramento, ein richtig malerisches Städtchen mit vielen bunten Kolonialbauten, Kopfsteinpflaster und Cafés. Hier herrscht absolut entspannte Atmosphäre, sogar die Autos halten mitten auf der Kreuzung, um die Fussgänger passieren zu lassen. Viele Leute auf der Strasse grüssen und es gibt hier tatsächlich noch mehr Mate-Trinker als in Argentinien. Jeder Zweite läuft auf der Strasse, fährt Auto oder Moped und hält fest die Thermoskanne unter dem Arm geklemmt und den Trinkbecher in der Hand. Wie unpraktisch, aber das gehört hier einfach zum alltäglichen Bild.
Wir haben unseren Pauli in traumhafter Kulisse direkt an der mit weissen Säulen gesäumten Strandpromenade geparkt, mit direktem Blick auf den Rio de la Plata. Hier sollte auch unser Nachtlager sein. Nach einem Stadtbummel durch die gepflegten Strassen (ich glaube Rasenmähen ist hier Hobby Nr.1), voll von (meist Pseudo-)Vespas, nem Bierchen und dem weltbesten Burger, wurde es langsam dunkel und wir genossen das Flair an einem kleinem Strassenkiosk. Danach sind wir noch in ein Strassencafé mit Gitarrenschnulzi-Livemusik und haben uns noch einen Gin-Tonic gegönnt. Und gerade als sich Mathias eine Zigarette anzünden wollte, wurden wir über einen Dekret in Uruguay aufgeklärt: Rauchverbot im ganzen Land, seit 01.03.! Ausnahmslos! Und das, wo wir aus dem Land des Dauerrauchens kommen, da kannst du an jeder Tankstelle drinnen rauchen. Was für eine Umstellung. Naja, das hat unser von Anfang an tolles Bild Uruguays nur wenig trüben können, denn immerhin kann man bei den Temperaturen noch locker in Freien sitzen.

Den nächsten Tag haben wir mit einem Stadtbummel begonnen, wir sind den Yachthafen entlang geschlendert, haben ein kleines Frühstück aus Stückchen und Trinkjoghurt im Park zu uns genommen. Nach einer Fotosession, natürlich auch mit Pauli, ging es wieder Stadtauswärts, wohl die längste Palmenallee entlang, die ich je gesehen habe. Toll.
Die Einfahrt nach Montevideo war zuerst nicht besonders vielversprechend. Es ging zwar die Uferpromenade entlang, aber dort war es ziemlich siffig, viele Hochhäuser, kaum Autos. In der Innenstadt war das Bild etwas anders, dort erwarteten uns alte Bauten, aber noch immer ziemlich leere Strassen. Lag wohl am Wochenende, die Torui-Info war auch geschlossen, aber wenigstens lagen ein paar Prospekte und ein ziemlich hilfreicher Campingführer rum. Also nix wie raus aus der Stadt und erst mal nen Campingplatz gesucht. Der war am Ende der Stadt, aber diesmal überraschte uns die Uferpromenade mit immer freundlicherem Bild. Je weiter wir nordöstlich fuhren, desto schöner und exclusiver wurden die Gegenden, es war mehr los und viele Leute tummelten sich an der begrünten Uferpromenade.
Leider ergab sich die Suche gemäss Reiseführerbeschreibung als ziemlich erfolglos, nicht das erste Mal, dass da komische Beschreibungen drin waren. Aber wir hatten ja noch eine andere Option, leider am komplett anderen Ende der Stadt und es wurde langsam dunkel. Entlang der Autobahn wurde es auch nicht einfacher zu fahren, denn da waren haufenweise Fussgänger, Kinder und Hunde, Radfahrer und Pferdewagen. Und die Autos sind auch selten nach Vorschrift beleuchtet. Nach einigem Suchen sind wir endlich bei dem von der Feuerwehr geführten Campingplatz mitten im Wald rausgekommen. Wir waren zwar jetzt weit ausserhalb der Stadt, aber es gab warme Duschen und wir hatten ja noch ein Fläschchen Wein dabei. Danach sind wir zu der ein paar Meter entfernten Bar gelaufen, dort gab es zwar nichts mehr zu futtern, aber eine Art kleinen Supermarkt, einen Pooltisch und ein paar Spielautomaten und Bier. Die wenigen Besucher tranken Bier und spielten Billard und uns allen war gemeinsam, dass wir trotz der Abgeschiedenheit brav zum Rauchen vor die Türe gegangen sind. Wir spielten ein wenig Flipper und Streetfighter, tranken unser “Partizia” und wollten eigentlich schon den Heimweg antreten, da stellte uns einer der Gäste, Ricardo, wortlos noch eine Flasche vor die Nase. So kamen wir mit den anderen Gästen ins Gespräch und Ricardo und seine Familie luden uns kurzerhand zum Asado am nächsten Tag zu sich nach Hause ein. Er wollte uns um 12.00 am Camping abholen und mit dieser Verabredung verabschiedeten wir uns.

Am nächsten Morgen standen wir wie verabredet vor dem Eingang und wenige Minuten später kam Ricardo mit seinem blau-metallic Studebaker angetuckert. Geiles Auto und keine seltenheit hier. Seine Familie wartete schon, seine Frau Noemi stand in der Küche und bereitete Salat und Reis zu und wenig später bruzzelte das Fleisch im selbstgebauten Steinofen im Garten. Nach einer kleinen Haus- und Hofführung gab es dann die Köstlichkeiten und im Kreise der Familie und einiger Nachbarn liessen wir uns das Asado schmecken. Was für ein lustiger und äusserst netter Haufen. Wir wollten ja eigentlich das Bier bezahlen, aber das kam gar nicht in die Tüte, vilemehr wurden wir mit Limonen aus dem eigenen Garten und dem übrigen Fleisch eingedeckt. Wir haben uns den ganzen Tag unterhalten, das schöne Wetter genossen, zwischendurch mal ein Eis gegessen oder bisschen Basketball gespielt und natuerlich viele Photos gemacht. Das Herzstück war Ricardos roter kleiner brasilianischer Sportflitzer, der ein gutes Motiv darstellt.
Gegen 18.00 sind wir dann aufgebrochen, die komplette Familie und wir auf der Ladefläche, wir sind zurück zum Camping und die anderen wieder in die Billard-Bar. Was für ein schöner Tag und eindrucksvolle Erfahrung in Uruguay. :-)

Am nächsten Tag haben wir ein bisschen die Gegend bei einem Strandspaziergang erkundet und uns das Ferien- und Freizeitgebiet angeschaut. Bei unserem Rundweg sind wir auf Leo getroffen, der auch am ersten Abend in der Bar war und er bot uns schon gleich wieder ein Bier an. Aber diesmal lehnten wir danken ab, und er meinte wir wurden am Vorabend erwartet. Wir liessen es mal offen, ob wir an diesem Abend noch kommen würden.
Wir haben uns erst mal das restliche Fleisch schmecken lassen, ich hab uns ein Moskitonetz ans Autofenster gebastelt und gerade als wir doch nochmal zu den andern aufbrechen wollten, fing es an zu regnen. Egal, so haben wir uns den Abend mit einem Minigolfturnier auf dem Handy vertrieben. Blöderweise war mitten in der heissesten Phase der Akku leer und wir wollten nochmal schnell das Handy am Zigarettenanzünder aufladen. Dumm nur, dass die Lenkradkralle eingerastet war und als ich die Zündung anmachte ging lautstark die Hupe los. So schnell konnte ich gar nicht checken was los war, bis ich das lärmende Dauerhupen wieder abstellen konnte! Wie peinlich, und die anderen Campinggäste kamen schon, um zu sehen, was passiert war.

Am nächsten Morgen wollten wir ausnahmsweise richtig früh aufstehen, damit wir möglichst viel vom Tag haben, es wird ja schliesslich schon gegen 19.30 dunkel. Dabei mussten wir feststellen, dass wir schon gar nicht mehr genau wussten, wie man eigentlich den Wecker stellt. Was haben wir für ein Leben! Wir haben es letztendlich doch geschafft und das frühe aufstehen auch. Als wir den Campingplatz verlassen wollten haben wir erst mal jemanden suchen müssen, bei dem wir bezahlen können, und als wir ihn endlich gefunden hat meinte er nur danke und gute Reise. Was ist denn hier los? Was für ein Land und was für herzliche Leute. Also haben wir uns auch bedankt und sind durch Wiesen, Felder, alten Häusern, Hühnerfarmen und gepflegten Gärten nach Montevideo gafahren. Um 9.00 waren wir bereits in der Stadt und haben uns erst mal einen bewachten Parkplatz für 3€ am Tag gesucht. Der Wächter meinte zwar es wäre besser, wenn er unseren Schlüssel hätte, aber ganz so offenherzig wollten wir dann doch nicht sein.
Nach dem Frühstück konnten wir gut gestärkt die Stadt erkunden. Montevideo hat viele breite Strassen, kleine Obststände, unzählige alte Gebäude, von denen zwar die meisten renovierungsbedürftig sind, trotzdem sprüht die Stadt vor Charme. Es gibt Unmengen kleiner Ladenpassagen, in denen jedes Geschäft etwa 2qm Fläche hat. Einer dieser Läden war ein Frisör und ich nutzte die Gunst der Stunde und begab mich in die Hände der jungen Haarschneiderin. Frisörin kann ich nicht wirklich sagen, denn die Haare waren zwar hinterher geschnitten, aber von „Frisur“ kann man nicht sprechen. Das waren keine Stufen auf meinem Kopf, eher könnte man von Treppen sprechen! Naja, für 2€ darf man wohl nicht meckern.
Wir haben in einem Photoshop einige Bilder vom Asado entwickeln lassen und sie an Ricardo und Noemi als kleines Dankeschön geschickt. Als wir gerade auf dem Weg zur alten Markthalle waren, in der es unzählige kleine Fressstände geben soll, überraschte uns ein Platzregen. Doch die dauern hier ja nicht lange und als die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg fanden, fanden wir den Weg zur Markthalle. Diese sah zwar schön aus, aber irgendwie war dort alles sehr touristisch. Ich weiss, wir sind ja auch Touris, aber wir hatten uns das etwas anders vorgestellt. Also sind wir um die Ecke in eine kleine Bar mit grosser alter Theke und süssem Bar-Opi. Dort haben wir uns ein Bierchen schmecken lassen und uns noch ein paar Reisetipps vom Opi und nem schwulen Alki-Tänzer geben lassen.
Jetzt hatten wir auch Hunger, denn mit wenig mehr als nem Bier im Bauch und nach 7h Grossstadtbummel brauchen auch wir Futter, also haben wir einen dieser Aluimbisse gesucht, aber genau jetzt konnten wir keinen finden. Also wollten wir irgendwohinfahren zum Essen und sind zurück zum Auto. Doch das war mittlerweile gnadenlos eingeparkt. Jetzt wussten wir auch, warum der Parkmann unseren Schlüssel wollte. Irgendwie gings dann doch, und nach einiger Umparkerei war unser L300 wieder frei und wir konnten an der Uferpromenade endlich was essen. Hier bewährte es sich wieder mal, kleine Scheine einstecken zu haben, denn oftmal ist es problematisch Geldscheine im Wert von etwa 6€ gewechselt zu bekommen!
Wir sind dann in Richtung Piriápolis gefahren und haben uns unterwegs noch in einem Supermarkt eingedeckt. Als wir rauskamen wunderten wir uns noch, über die vielen Mücken an den Laternen. Bei genauerem Hinsehen jedoch erkannten wir auf der Strasse die Massen toter Käfer, die jedes Jahr zu Millionen zur Paarungszeit auftauchen und danach ihr Leben lassen. Diese Käfer haben wir auch später zu Haufe tot an der Stränden und in den Städten vorgefunden. Der Wahnsinn!
In Piriápolis haben wir unser Auto am Jachthafen geparkt und die laue Spätsommernacht mit Picknik und Blick auf die Boote genossen.

Am nächsten Morgen haben wir die Touri-Info aufgesucht und die sehr gesprächige Dame dort hat uns bestens Informiert. Doch so typische Touristenorte sind halt doch etwas ansprechender in der Hauptsaison. Momentan sind die Orte wie ausgestorben, da bevorzugen wir doch eher kleine Dörfer als leere Touri-Hochburgen. Doch manchmal muss es eben sein und nach ein paar Stunden im Internet haben wir auch „unsere“ Wohnung für die 6 Wochen Buenos Aires klargemacht. Yippieh! Danach gings auf einen Campingplatz und am Abend gabs einen Teil unseres Urlaubsvideos. Endlich mal wieder Fernsehen. Danach wurde noch ein bisschen gekickert, denn das können wir seit der Grimaldi ja, und ab in die Heia.

Nach nem Kaffee am naechsten Morgen musste Mathias erst mal als „Frisöse“ herhalten und retten was zu retten ist. Hat er auf jeden Fall besser als das Frollein aus Montevideo gemacht und ich kann wieder unter die Menschheit. Naja, hab ja eh immer nen Zopf, aber trotzdem.
Wir sind dann zum Palacio Piria gefahren, in dem der Gründer der Stadt früher gewohnt hat. Bisschen Kultur muss ja auch sein und schon anzuschauen wars auch. Pauli hat sich in der Einfahrt auch ganz gut gefühlt. Im Innern war ein kleines Museum mit dem Thema „777 Herzen“. Und was gabs zu sehen: 777 Herzen natürlich! Vom Palast aus hatte man einen schönen Blick auf den Cerro Pan de Azucar (haben sie hier auch) der mit seinen 493m dritthöchster Berg Uruguays ist. Überwältigend. :-)
Wir sind dann weiter die Küste entlang in den Sackgassenort Punta Ballenas gefahren, von wo aus man einen tollen Ausblick auf die Hochhäuser der Luxus-High Society-Hochburg Punta del Este hat. In Punta del Este selbst haben wir ein kleines Picknik mit Blick auf eine vorgelagerte Insel und die wahnsinns (hässlichen) Appartementanlagen der Stadt veranstaltet.
Nach einer Fahrt an der Strandpromenade entlang, mittlerweile wurde es schon etwas frischer, denn hier trifft das Rio de la Plata Delta auf den Atlantik, haben wir an der Plastik mit den 5 Fingern im Sand angehalten. Die haben ihre besten Zeiten wohl auch schon hinter sich, aber wenn täglich hunderte von Touris (wie auch wir) auf ihnen herumklettern und ihre Fotosession veranstalten, ist das auch kein Wunder, dass sie ein bisschen geschunden aussehen. Als wir noch ein bisschen durch die Stadt schlendern wollten, wieder das gleiche Bild: Ausgestorbener Touri-Ort, die meisten Geschäfte geschlossen oder ganz leer also nicht besonders einladend und nix wie weiter, die Uferstrasse entlang. Je weiter wir von der Stadt wegkamen, desto schöner und kleiner wurden wieder die Häuser, obwohl manchmal toben sich hier schon so manche (wahrscheinlich selbsternannte) Designer aus und kreieren irgendwelche Glaskonstruktionen, Strohdächer, mal eine Burg, mal orientalisch oder futuristisch. Nicht alles schön, aber bestimmt teuer! Obwohl mich sehr wundert, dass der Geschmack manchmal ziemlich fehlt. Die Uruguayer mögen es mir verzeihen. Aber da sind die schönsten Anlagen und dann Fliessen oder Blumentöpfe zum davonrennen.

Die weitere Fahrt ging den Dünen entlang, dazwischen öfters mal Lagunen bis wir im kleinen Örtchen José Ignacio ankamen. Der Ort besteht aus etwa 10 Strassen, die alle zum Strand führen und einem Leuchtturm vor dem wir unser Nachtlager aufschlugen. Wir wollten noch in ein Restaurant gehen, aber auch hier wieder alles während der Nebensaison geschlossen. Also haben wir uns in einem kleinem Supermarkt eingedeckt und halt „zu Hause“ gegessen. Da es erst halb 9 war, wollten wir noch ein bisschen Lesen vorm Schlafen, aber unsere Lampe hatten wir wohl vergessen aufzuladen und so sind wir als Einschlafspiel all unsere bisherigen Stationen im Geiste durchgegangen. Dauert auch seine Zeit und macht müde, bei so vielen…
Die Strasse am Strand entlang wurde leider von einer Lagune unterbrochen, doch war in unserem Strassenplan eine Fähre eingezeichet. Sie war sogar umsonst und wurde kurioserweise von dem Motor eines kleinen Beibootes angetrieben.
Die Erdstrasse führte vorbei an Kühen und Pferden und der Strand lud uns zu einem kleinen Weitsprungwettbewerb ein. Wir sind dann durch mehrere kleine Badeorte gefahren, aber irgendwie wirkten sie wieder alle etwas verlassen.
Wir fuhren durch die südlichsten Palmenhaine der Welt, aber die machen wohl auch gerade Urlaub. Es gab zwar schon einige der Palmen zu sehen, und die darunter grasenden Kühe und Schafe passten auch sehr idyllisch ins Bild. Aber wenn sich da früher mal die Eingeborenen vor den Eroberern versteckt haben sollen, dann weiss ich nicht, wer da dicht war? Die Haine oder die Eroberer…
Auf der Weiterfahrt haben wir uns die sehr süssen und leckeren Früchte dieser Palmen, ähnlich wie Mirabellen, schmecken lassen. In Punta del Diabolo erwarteten uns ausergewöhnlich flache Felsen, die im Meer lagen. Dieser Ort sah schon wesentlich einladender aus, mit seinen kleinen Restaurants und Geschäftchen an der Promenade. Leider halten wir den Ort in nicht ganz so guter Erinnerung, denn unsere Abfahrt verzögerte sich etwas. Will heissen: Im Sand geparkt und somit vier Leute zum Anschieben, zwei Bretter zum unter die Reifen legen, einen Spaten zum freibuddeln und ein anderes Auto das uns rauszog gebraucht. :-)

Danach gings weiter zum NP Santa Teresa, wobei wir uns nicht ganz sicher waren, was uns dort erwarten würde. Der Park wird von der Armee geführt und ist riesig. Da es am Eingang auch keinen Lageplan gab, kämpften wir uns auf gut Glück durch die Wege und landeten bei einem (abgeschlossenen) Duschhäuschen. Wenn wir schon keinen Eintritt bezahlen und in der Nebensaison kommen, erwarten wir auch nicht viel. Immerhin gab es ja die „grosse“ Toilette und zum Duschen kam ein, wenn auch kalter, Wasserstrahl aus einem spinnenverhangenen Loch in der Wand.
Aber das Duschen verlegten wir auf den nëchsten Tag und schauten erst nochmal im Restaurant nach etwas, was unsere hungrigen Bäuche füllen konnte. Im Hauptraum fand ein Kindergeburtstag statt, und im Nebenraum, in dem wir sassen, bediente uns ein Veteran und lauter Uniformierte waren um uns herum. Aber das war uns egal, das Essen war ausgesprochen lecker und hier durfte man so gar im Resto rauchen.
Am nächste Morgen testeten wir mal die „out-door-Dusche“ und wir waren wieder sauber und richtig frisch. Wir fuhren noch ein bisschen durch den Park und plötzlich lag vor uns eine richtige Feriensiedlung, viele Cabanas und Zelte und Leute überall. Wir haben folglich nur am falschen Ende des Parks geparkt, hier gab es die volle Infrastruktur, mit Supermarkt, warmen Duschen und geöffneten Toiletten. Und ein traumhafter Strand, in dem sich einige Surfer versuchten. Sogar drei neugierige Delphine mischten sich unter die Wellenreiter, ganz nahe am Strand, was für ein Anblick.
Überrascht von der Umgebung, beschlossen wir kurzerhand noch einen Tag länger zu bleiben. Wir machten einen ausgiebigen Strandspaziergang, picknikten vor dieser Kulisse mit Dünen, ein paar vereinzelten Häusern und den Blick auf den Atlantik vor uns. Nachdem wir noch ein wenig den Nationalpark erkundet hatten, deckten wir uns mit dem Nötigsten im Supermarkt ein und suchten uns ein abgelegenes Fleckchen nahe dem Meer, erfreuten uns an einem wärmenden Lagerfeuer und fühlten uns wie alleine auf der Welt…
Vor der Abfahrt schauten wir nochmal den Surfkünsten der coolen Jungs (die wirken nur leider nicht mehr so cool mit ihrer festgewachsenen Thermoskanne unterm Arm) bei einem Kaffe zu und begaben uns zum Ausgang. Hier stellten wir fest, dass es doch Eintritt kostete und es auch einen Plan gab. Naja, wir hatten auch so ne tolle Zeit und teuer wars auch nicht. Dafuer gabs noch ne Runde Sightseeing, denn direkt am Park befindet sich ein tolles altes Fort und ein paar Kilometer noch ein kleineres. Das wäre ne gute Party-Location, müssen wir uns mal merken.
Die letzte Stadt vor der Grenze nach Brasilien ist Chuy. Eigentlich ist das keine richtige Stadt, es ist nur eine Strasse in der zollfreie Zone ist, die eine Seite gehört zu Uruguay, auf der anderen befindet man sich in Brasilien. Aber viel zu sehen gibt es nicht, das meiste was angeboten wird ist Elektrokram, und in allen Läden das gleiche. Wir haben uns mit neuer Musik eingedeckt, denn unsere CDs haben wir schon tausendmal durchgespielt. Natürlich alles Kopien, die werden hier sogar im Laden verkauft. Ansonsten gabs noch neue Kassetten für die Videokamera und wir haben uns überlegt nen CD-Player zu kaufen. Aber irgendwie waren wir zu unschlüssig und die Teile waren uns alle zu gross.

Nachdem wir die ganze Küste im Süden des Landes erkundet hatten, wollten wir an die Westküste zu den bekannten Thermen Uruguays. Doch leider konnten wir die Strasse, die auf der Landkarte eingezeichnet war, nicht finden und so ackerten wir uns über Feldwge, Löcher, über Steine und durch Pfützen. Die nächstegrössere Strasse war uns und auf der blieben wir dann auch. Und so landeten wir am Abend in Minas. Eigentlich gibts da nix besonderes und so haben wir uns erst mal nach der anstrengenden Fahrt was zu Essen gegönnt und sind danach noch auf ein Bier und eine Runde Rummy in eine Bar. Mit unserem Spiel erregten wir gleich das Interesse einiger anderer Gäste und ehe wir uns versahen sassen sechs Leute am Tisch und zerbrachen sich die Köpfe. Obwohl es Sonntag war tranken alle fleissig mit uns, denn die folgende Woche war „semana de turismo“, also Osterwoche und die meisten hatten am nächsten Tag frei. So landeten wir zu späterer Stunde im einzig geöffneten Lokal am Busterminal. Und wir tranken noch ein bisschen weiter, nach und nach verabschiedeten sich die Jungs, bis morgens um 7.00 der letzte in den Bus steigen musste um nach Montevideo zur Arbeit zu fahren. Der Arme.
Erstaunlich auch, dass wir trotz der unterschiedlichen Einkommensverhältnisse noch von den Jungens eingeladen werden. Wie wir erfahren haben, liegt der durchschnittliche Verdienst als Bäcker oder Bauarbeiter mit Anfang 20 bei ca. 200€. Wenn man dann bedenkt was der Sprit (1,20€) oder ein Bier (1-2€ / Liter) kostet, versteht man, dass sie sich immer ein Bier zu viert holen und sich nicht soooo betrinken (wie wir zum Beispiel ).
Mathias hatte mittlerweile neue Trinkbekanntschaft mit den wenigen letzten Gästen geschlossenen. Viel brauchbares Material war nicht mehr anwesend, ausser der „Koks-Echse“, die ständig jedem ein Näschen anbieten wollte und später wie elekrtisiert und kopfzuckend durch die Gegend gelaufen ist. Da hatten wir schon bessere Jungs kennengelernt, die uns, als wir um 11.00 den „Abend“ beendeten, gleich einen Schlafplatz anboten. So landeten wir in der Wohnung einer Tante in ihrem Ehebett, wo wir nachmittags um 4.00 aufwachten. Trotz Kopfschmerzen hiess es erst mal ne kalte Cola und aufbrechen, schliesslich wollten wir in die Thermen, die hatten wir jetzt auch nötig, und hatten noch ein paar Stunden Fahrt vor uns. Ganz bis zu den Thermen sind wir an diesem Tag nicht mehr gekommen, war ja auch unter den Voraussetzungen ganz schön anstrengend und so haben wir uns unterwegs mitten im nirgendwo zum nächtigen an eine Tankste gestellt.
Am nächsten Morgen kamen wir früh bei den Thermen von Almirón an, richteten uns häuslich auf dem Campingplatz ein und genossen die warmen Wassertemperaturen. Viel ausser Essen und plantschen kann man eh nicht machen, also haben wir uns dem süssen Nichtstun hingegeben. Highlight war abends Kino, (bitte Stühle mitbringen) aber ich weiss nicht ob der Film, der Ton oder das Bild (Bettlaken als Leinwand) schlechter war und das ganze noch auf Spanisch mit 3 Sek. Zeitverzögerung zum Bild! Und ständig irgendwelche Leute, die einem direkt vor der Nase herumlaufen. Naja, verpassen konnte man nicht viel, da sind wir schnell wieder abgehauen. Und als ich abends lesend im Bett lag ging unsere Lampe aus unerfindlichem Grund aus. Nachdem schon unsere Akku-Lampe und Mathias Videokamera (Skandal) seit der Hubbel-Irrfahrt den Geist aufgegeben haben wäre das schon wieder ein Elektroteil, das nicht funktioniert. Zum Glück lags in diesem Fall nur an der Glühbirne, schön, wenns bei den aderen beiden Sachen auch so einfach wäre.
Und so vergingen die nächsten Tage ruhig und entspannt vorüber und man konnte zum Zeitvertreib über die Campingflächen schlendern und staunend betrachten, was alles aufgefahren wird. Grills sind meist schon vorhanden, aber die Urus reisen mir LKWs an, Klappstühle auf der Ladefläche als Sitze für die ganze Familie, und dann wird ausgepackt: Matrazen, Musikanlagen, ganze Kücheneinrichtungen werden beigeschafft und über alles am Ende ne grosse Plane gespannt, fertig ist das „zuhause woanders“.

Nach diesen „anstrengenden“ Tagen ging füer uns die Reise weiter nach Paysandú, wo in der Osterwoche die „semana de la cerveza“, also die Bierwoche stattfindet. Direkt neben dem Festgelände, das sich am Rio Uruguay befindet, gibt es einige Campingplätze, die total überfüllt von erwartungsvollen Festbesuchern sind. Schönes Treiben hier und kaum hatten wir unser Auto geparkt wurden wir von unseren Nachbarn angesprochen. Wie sich herausstellte handelte es sich um 15 bis 20-jährige, die im Rahmen eines Schüleraustauschprogramms für ein Jahr in Uruguay sind. Sie kamen aus Europa, Australien und Amerika („oh Gott, die ganze Welt hasst uns!“), waren überall im ganzen Land untergebracht und trafen sich hier wieder.
Am Abend begaben wir uns aufs Fest, aber es war nicht ganz, was wir erwartet hatten. Kein Bierzelt! Was soll das denn für ein Bierfest sein? Aber egal, es gab trotzdem reichlich Getränke- und natürlich Fressstände, Karussells, Verkaufsstände, wie auf nem Volksfest halt, nur mit Eintritt. Und Bühnen, jedoch für das grosse Amphietheater musste man sich ein extra Ticket holen, da kamen ja auch Schmusestars wie „Axel“ (den konnten wir uns schenken) und richtige Stars wie „La Vela Puerca“, da mussten wir hin. Wir sind dann aus dem Festgelände raus und haben uns in den Strassen davor einen dieser Grillstände gesucht und uns was Frisches bruzzeln lassen. Jeder der nen Grill hat und ein bisschen Holz, stellt ein paar Stühle und Tische auf die Strasse, Musik an, fertig. An allen Ecken zischts und glühts, hier gefällts uns.
Danach sind wir nochmal ins Gelände rein, aber um 1.00 war die Veranstaltung zu Ende und so sind auch wir schlafen gegangen.
Der nächste Morgen begrüste uns mit Regen und wollte auch nicht so schnell wieder eden. Für uns war das weiter kein Problem, wir sassen ja im Trockenen, aber die anderen in ihren Billigzelten (wie unseres, das wir mittlerweile in Einzelteile zerlegt haben und anderweitig benutzen) müssen ganz schön leiden. Teilweise konnten sie ihre Schlafsäcke morgens ausfringen. Ich konte nur meinen Fön anbieten, der dankend angenommen wurde.
Wir haben uns den Regentag mit Essen gehen und Internet vertrieben und als wir abends am Zeltplatz ankamen, sassen schon die Nachbarn bei uns herum. Wir haben uns ganz gut ergänzt, denn sie hatten den Vodka und den Martini, wir die Gläser und die Sitzgelegenheiten. So machten wir uns für den Abend warm und freuten uns aufs Konzert und wir wurden von „La Vela“ nicht enttäuscht. Cooles Konzert und massenweise mitsingende Fans (wie wir auch, denn wir hatten die CDs schon von Rio und an jeder Ecke spielen sie Lieder von ihnen). Später gings noch auf ein Bierchen zu einem Kiosk und danach zum campingeigenen Parillastand. Was für ein Abend, lang, aber ebenso lustig!

Der nächste Tag hielt einiges an Kontrastprogramm für uns bereit, denn wir waren auf einem Rodeo. Was für ein Spektakel und vor allem was für Männer! Ob mit oder ohne Sattel, die kleben auf dem Rücken der Pferde und werden herumgeschleudert wie Puppen, und dann stehen sie einfach wieder auf. Und die Pferdchen konnten ganz schön giftig werden. Manchmal waren sie so störrisch, dass sie kaum vom Fleck zu bewegen waren, machmal haben sie fast den Pfosten an dem sie festgebunden waren herausgerissen.
Auf einer Bühne standen Musikanten und zwei Minnesänger, die stundenlang die Gauchos ankündigt haben und in einem sich immer wiederholenden Singsang das Geschehen kommentierten. Oft witzig, aber nie langweilig.
Doch zum Sonnenuntergang war das Spektakel beendet, es wurde schlagartig kühl und wir sind schnell zu den Thermen von Guavichú gefahren.
Die eisige Nacht (-2º) haben wir noch vor dem Eingang verbracht, denn drinnen wars bumsvoll und die laute Musik (ist hier absolut normal, zu jeder Tages- und Nachtzeit) und das Getummel schreckten uns ein wenig ab. Am nächsten Tag war grosser Abreisetag und die Massen packten, wuselten und standen sogar zum bezahlen an. Zum Glück konnten wir als neue Gäste ohne uns anzustellen einmieten und nachdem der Grossteil der Gäste abgereist war, hatten wir keine Probleme mehr, uns einen Platz zu suchen. Wir stellten uns zwischen Bäume an eine schon vorhande Feuerstelle und sammelten bei den anderen Stellen das übriggelassene Holz ein. Danach gings ins warme Nass, wo wir ausgiebig plantschten, bis die Finger und Füsse zur Unkenntlichkeit aufgeweicht waren.
Danach sind wir in den Supermarkt und haben uns mit köstlichem Fleisch eingedeckt. 1 Kilo sollte wohl reichen und für 2,70 € kann man über den Preis auch nicht meckern. Bisschen Salat und Brot dazu, jetzt konnte es losgehen. Das Feuer wurde angeschmissen und sobald wir genug Glut hatten wurden die Fleischlappen auf den Rost geschmissen. So liessen wir uns das „bisschen“ Fleisch in mehreren Etappen schmecken und nach getaner Tat heizten wir schnell wieder das wärmende Feuer an, denn auch in dieser Nacht sollte es richtig kalt werden.
Der nächste Tag sollte nicht viel anders verlaufen, plantschen, essen, ruhen, essen (diesmal gab es nicht weniger Wurst als am Vorabend Fleisch, was wir aber nicht ganz packten) und nachts gings nochmal bei 5º Aussentemperatur in die Thermen. Bei 38º Wassertemperatur kann man es schon aushalten, nur ist es fast unmöglich wieder herauszugehen. Brrr.

Was für ein Wochenende! Freitags haben wir noch auf dem Bierfest der besten und bekanntesten Band Uruguays gelauscht und uns „etwas“ betrunken. Samstags waren wir auf dem Rodeo und Sonntags lagen wir faul in den Thermen. Das nenne ich abwechslungsreich. Ostern ist ansonsten ziemlich an uns vorübergegangen. Denn viele Hasen oder Eier habe ich hier nicht gesehen.

Den nächsten Tag verbrachten wir mit Erledigungen in Salto. Wir wollten ja Mathias` Kamera in die Reperatur geben, aber der Mann im Elektroladen wehrte gleich ab, so etwas könne man hier nicht reparieren. Dafür warf er nur einen kleinen Blick in unsere Lampe und das Ding ging wieder. Immerhin, das erste Stück war wieder funktionstüchtig, leider mussten wir mit der Kamera noch bis Argentinien warten. Die Suche nach einer Wäscherei, und die brauchten wir dringend, ging leider nicht besser vonstatten. Es gab zwar eine richtig grosse, doch dort konnte man uns die Sachen nicht mehr am selben Tag waschen, und die scheinte die einzige Wäscherei zu sein. Doch irgendwie fanden wir dann in einem Wohnhaus, bei dem nichts auf eine Wäscherei hindeutete, doch noch eine junge Frau, die sich unserer Unmenge Drecksachen erbarmte. Leider hat ihre Kollegin bei der Abholung eine andere Vorstellung des Preises, sodass wir unsere Wäsche erst unter einigen Diskussionen mitnehmen konnten. Unterwegs haben wir in einem Elektroladen einen kleinen CD-Player mit mp3 Funktion entdeckt, den wir uns gleich mitnehmen wollten. Doch leider war unser Geld noch im Automaten, also ging die Suche los, von einer Bank in die nächste, bis wir endlich wieder Pesos in den Händen hielten. Und danach war leider Siesta. Also hielten wir auch eine, assen noch unsere Chorizos vom Vortag und verweilten ein wenig am Fluss.
Als wir endlich alle Sachen beisamen hatten, sind wir schnell in die nahegelegen Thermen von Daymán gefahren. Dort hatte sogar der Campingplatz zwei Pools, von denen der eine so heiss war, dass man es gerade mal 5 Minuten ausgehalten hat. Aber der grossen Kröte hats gefallen, die versuchte gleich mehrmals ein Bad zu nehmen.
Auf diesem Campingplatz sahen wir auch die ersten Brasilianer, von deren Wohnmobilen in Reisebusgrösse wir bereits gehört hatten. Das ist wirklich der Wahnsinn, die haben nichts, was an Innenausstattung fehlt, ausser vielleicht der seperaten Hundehütte. Und das für gerade mal zwei Personen!
Wir haben am Abend schonmal den wirklich unaufregenden Ort und die schwimmbadähnlichen Thermen erkundet. Das Erlebnisbad (mit seinen gesalzenen Eintrittspreisen) ist leider nur Wochenends geöffnet also begaben wir uns am nächsten Tag ins Bad und wechselten zwischen allen möglichen Becken und der Liegewiese ab. Schwierig ist es, hier nicht gnadenlos zuzunehmen. Denn an jeder Ecke bruzzelt es und man kann hat ständig den Geruch der leckeren Fleischgerichte in der Nase. Was soll man hier auch viel anderes machen, als zu essen? Da bedarf es schon einiger Beherrschung oder bald grösserer Klamotten.
Ausserdem brauchte unsere Bettwäsche auch mal wieder neuen Duft, aber nach dem Waschproblem vom Vortag haben wir uns halt selbst als Waschweiber versucht. Gar nicht so einfach bei einem Becken von 50cm Durchmesser und einem Bettbezug von 2,30m x 2,70m. Aber wir haben es geschafft, unsere Unterarme waren schon geschwollen, aber wat muss, dat muss! Und dank Wind und Sonne wurden die Sachen auch noch am selben Tag trocken.

Die nächsten Thermen, die wir besuchen wollten waren die Privatthermen von San Nicanor. Das Bild in der Broschüre war zwar recht einfallslos, aber wir wollten sie alle sehen. Der Weg dorthin führte über eine Erdstrasse und was uns erwartete war traumhaft. Das Gelände besteht aus einem grossem Campingplatz mit einem Grill pro Parzelle –natürlich!-, grossen Waschräumen mit tollen alten Holzmöbeln, einem Appartement und einem Restaurant / Café. Und mit zwei unterschiedlich temperierten Pools, in denen man sowohl schwimmen als auch gemütlich sitzen konnte, von einem schönen Garten und Holzsitzgelegen umgeben (aus Wagenrädern gebaut) und mit Blick auf die Weiten der Weiden. Vor uns grasten Kühe und Pferde, die man auch für 3€/Stunde mieten kann (wollten wir erst, haben wir dann aber „keine Zeit“ mehr gehabt). Die Atmosphäre ist sehr ruhig und ländlich. Das Personal (z.B. Rezeptionist, Koch und Junge für alles in einer Person) jung und freundlich, das den besten Milchkaffee zubereitete. Wir haben diese Thermen zu unseren Lieblingsthermen auserkoren. Noch dazu wird zweimal wöchentlich das Wasser gewechselt.
In der Umgebung konnte man zwischen Kuhherden spazieren gehen, vorbei an Seen und über Felder, durch die herbstliche Landschaft, wir beobachteten die Vögel, sogar Flamingos, Schafe und Pferde. Welche Idylle!
Leider beobachteten wir auch die erste grosse Spinne (war wirklich gross, Katja hätte sie nicht in ihren Staubsauger bekommen), die bei Regen aus ihrem Loch gekrochen kam und hemmungslos über die vorhandenen Wege krabbelte. IGITT!! Und Mathias konnte es nicht lassen ihre Reaktion zu testen und stocherte mit einem Ast an ihr herum. Da wurde sie richtig wild und stellte sich auf die Hinterbeine. Das ist ja nix für mich, aber ich bin sie später trotzdem nochmal suchen gegangen, um sie auf meiner Kamera zu verewigen. Die sind ja angeblich auch nicht wirklich gefährlich, der Biss ist ähnlich dem Stich einer Biene, aber testen möchte ich es trotzdem nicht!

Zum Abendessen, wir waren nämlich diesmal ziemlich schlecht mit Lebensmitteln eingedeckt, da sich kochen in Uruguay kaum lohnt, schaute unser Koch in den Kühlschrank und zählte uns die zwei möglichen Gerichte auf. Sollte am nächsten Abend nichts anderes sein, aber wenns lecker schmeckt…
Ansonsten verbrachten wir die Zeit mit Spielen, mal mit, mal ohne Bier, natürlich viel im Wasser, macht bei Regen doppelt Spass, und unterhielten uns mit den wenigen anderen Gästen. Ein deutschstämmiger Uruguayer, der mit Frau und seinen Zwei Kindern angereist war, sprach auch fliessend deutsch, da er mal in der Schweiz eine Käselehre gemacht hatte.Er konnte uns interessantes über die Thermen und Uruguay generell erzählen. Ganz angenehm, denn manchmal ist die – immer kleiner werdende – Sprachbarriere halt doch vorhanden.

Die nächsten Thermen, die wir besuchten waren die vielgerühmten von Arapey. Doch konnten wir ihnen wenig abgewinnen, das Gelände ist zwar riesig und bietet alles was man braucht, aber die Anlage – oder besser gesagt kleine eigene Stadt – ist voll von Appartementanlagen und verstreuten Pools. Man kann sich zwar ein schönes Plätzchen suchen, aber wir waren eindeutig verwöhnt. Und so haben wir uns nach einer Nacht wieder aus dem Staub gemacht.
Weiter gings zu den Thermen von Salto Grande, mehr ein Erlebnisbad, denn es gab alles über Rutschen, Wellenbecken, Massagedüsen, Pools zwischen 32º und 43º (zu heiss!) und sogar einen Wasserfall. Hier gab es alles für jung und alt, man konnte im Schatten der Bäume liegen oder im exklusiven Restaurant essen gehen. Die Fläche war weitläufig und ansprechend angelegt und wir verbrachten einige Stunden dort. Bis ich feststellte, dass ich einen Ausschlag an Dekolltee, Rücken und sogar an den Beinen hatte, und somit der Bade- und Sonnenspass vorbei war.
Zum Glück waren das unsere letzten Thermen, langsam ging uns das Nichtstun eh schon ein wenig auf die Nerven, unsere Pesos gingen zur Neige und so waren wir gezwungen, das wunderschöne Uruguay nach 3 ½ Wochen und 2200km zu verlassen.
Also fuhren wir Richtung Grenze, kauften unterwegs noch einen Sack Mandarinen (Kilo für 20cent) und wollten auf dem Parkplatz vor der Grenze übernachten. Leider ging das nicht, da er nur für LKWs war und so sind wir halt kurzerhand nach Argentinien rüber. Die Abwicklung ging huschdihusch, doch leider konnten wir wiedermal kein Obst mit über die Grenze nehmen, und so ass ich immerhin eine Mandarine und musste den Rest wegschmeissen. Das waren wohl meine billigsten und zugleich teuersten Mandarinen. Aber lecker war sie.
Wir fuhren an die erste Tankstelle in Concordia und wollten noch ein Gute-Nacht-Bier trinken, aber in der Region von Concordia ist der Alkoholverkauf nachts verboten! Was ist denn hier los? Da könnten wir endlich mal wieder in einer Tankstelle rauchen, aber dann gibts kein Bier! Das wollten wir testen und so sind wir in die Stadt gefahren um unser Glück zu versuchen, aber blöderweise ist Mathias volle Pulle über einen dieser teuflischen Hubbel gefahren (da ist in Deutschland jeder harmlos dagegen), passiert ist zum Glück nichts, aber der Schreck lag uns dermassen in den Knochen, dass wir auch keine Lust mahr auf Bier hatten. Solls auch geben.  Also haben wir uns den nächsten Supermarktparkplatz gesucht und uns zum Schlafen abgelegt. War jedoch nur von kurzer Dauer, denn zwei Stunden später klopfts ans Fenster und Polizisten standen vorm Auto. Ich fragte, ob es verboten sei auf dem Parkplatz zu stehen, doch die Herren meinten nur, es wäre hier zu gefährlich. Wir sollten uns besser an einen belebteren Ort stellen und so fuhren wir wieder stadtauswärts an die – alkoholfreie – Tankstelle. Hätten wir alles auch einfacher haben können.

Am nächsten Morgen gings in die Stadt, um unsere Versicherung zu verlängern. Unser Berater hatte uns schon per mail eine Verlängerung zugesagt und schickte die Unterlagen zur Zweigstelle nach Concordia, die wir bei Bezahlung ausgehändigt bekamen. Schnell und problemlos, so lieben wir (Deutschen) das. Wir zogen noch ein paar Pesos am Bankautomaten und gut gepolstert konnte die Reise durch Argentinien weitergehen. Wir wollten schnellstmöglich nach Cordoba kommen, denn hier sollte ja in Kürze die Ralley-WM stattfinden.
In Cordoba wühlten wir uns durch die dichten Gassen, um endlich Mathias` Kamera wieder fit zu machen. Es ist ja nicht die erste südamerikanische Stadt, in der wir fahren, aber manchmal ist es echt zum Verzweifeln. Das schachbrettartige System ist ja eigentlich einfach, wenn es auch ein System gäbe, dem die Richtungen der Einbahnstrassen folgen würde!
Im ersten Laden wolte der (planlose) Techniker 20€, nur um nachzusehen, was denn defekt wäre. Und das ganze sollte 2-3 Tage dauern. Aber nicht mit uns, da schauen wir lieber weiter. Im nächsten Laden fanden wir German, ein junger Mann mit Plan, der mal in Heidelberg an der Uni unterrichtete. Hier war unsere Kamera gut aufgehoben und am nächsten Tag war die Kamera wieder einsatzbereit. Hat zwar ein paar Mark gekostet, aber das war es wert.
Dann sind wir zum Campingplatz ausserhalb der Stadt gefahren. Er lag zufällig gleich neben dem Stadion, wo die Ralley am übernächsten Tag starten sollte und neben dem Messegelände, das gleichzeitig Fahrerlager und Werkstatt war. Den ganzen Abend konnten wir die lauten Motoren der Fahrzeuge bei den Testfahrten hören, und freuten uns bei Bier und Kicker auf die folgenden Tage…

Man muss ja mal erwähnen, dass wir wirklich gut gerüstet sind. Wir haben uns bisher wenige Sachen anschaffen müssen ausser einer Lampe und Verlängerungskabel, dem besagten CD-Player und gleich zu Beginn der Reise einen Besen, dessen Stiel mittlerweile als Kofferaumdeckelhalterung dient. Ist seit unseren Kanistern zu schwer, um von alleine offen zu bleiben. Aber unsere Art das Problem zu lösen ist sehr argentinisch, wie uns gesagt wurde. Überhaupt ist hier in vielen Situationen unser Organisations- und Improvisationstalent gefragt. Wir sind uns auch absolut bewusst, wie viel uns unser Pauli wert ist. Ohne ihn könnten wir diese Reise nicht machen, und er hat uns bisher noch kein einziges Mal im Stich gelassen. Danke! :-) Auch an Tante Bea und Boggi.
Davon abgesehen rast die Zeit an uns vorbei. Wir sind mittlerweile schon 5 Monate aus Aschaffenburg weg und es ist erstaunlich, wie wenig uns fehlt. Klar ist es schön, dank Internet und Handy (wenns denn funktioniert) mit der Heimat im Kontakt zu bleiben und auf dem Laufenden zu sein. Aber manche Sachen, die vorher unser Leben bestimmt haben geraten schon in den Hintergrund. Doch in einigen Momenten wünscht man sich dochmal das Erlebte mit Freunden und Familie zu teilen. Doch wir machen tolle Erfahrungen, die wir auf keinen Fall missen möchten und in vollen Zügen geniessen. Das Reisen ist für uns mittlerweile normal und zur Selbstverständlichkeit geworden. Egal, was man sich von zuhause aus vorstellt, es ist anders und erstaunlich einfach, wenn man direkt vor Ort ist. Bisher bereuen wir keine Sekunde, unsere Sachen gepackt zu haben und den Weg in eine unbekannte Welt anzutreten.

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