31. Ecuador

31. Ecuador   davon hatten wir noch nicht mal einen Reiseführer 

Tulcán (23.09.) – Quito – Pedernales (24.09.) – Canoa (25.09.) – San Vicente – Manta (09.10.) – Guayaquil (10.10.) – Huaquilla (11.10.) 

 

 

Als achtes Land unserer Reise stand Ecuador auf dem Programm. Ursprünglich hatten wir gar nicht vor hierher zu fahren, denn bis vor kurzem benötigte man noch zur Einreise ein „Carnet de Passage“, und das haben wir nicht. Dementsprechend waren wir auch relativ unvorbereitet, von Jorge bekamen wir einen uralten spanischen Reiseführer geschenkt, MK gab uns seine Reiseführer-Kopien für Quito mit auf den Weg und ein wenig haben wir uns im South American Handbook eingelesen. Aber so recht wollte die Lust nicht entflammen, vielleicht waren die Eindrücke von Kolumbien noch zu überwältigend und außerdem hörten wir wenig Gutes von anderen Reisenden über Ecuador. Aber jetzt ließ es sich nun mal nicht vermeiden, wo wir schon mal da waren fuhren wir halt mal rein. 

An der Grenze in Tulcán waren die Passformalitäten mit den gelangweilten Beamten recht schnell erledigt, jetzt fehlte nur noch der Zettel fürs Auto. Vor uns war gerade ein kanadisches Pärchen dabei ihr Moped ins Land zu bekommen, aber der ätzende Zöllner akzeptierte ihre Papiere nicht. Ich half bei der Übersetzung, aber das Alles half nichts, der Zöllner wollte den – zugegeben auch für mich nicht sehr überzeugenden – Zettel (oder war es eine schlechte Kopie?) nicht anerkennen. Die beiden hatten schon öfters Probleme mit diesem Wisch an verschiedenen Grenzen, warum machen die sich nicht einfach am Computer einen glaubwürdigeren Schein? Wir sind ja schließlich in Südamerika! ;-) Schnell widmete sich der Beamte unserem Fahrzeugschein, den fand er toll und plötzlich wurde der schroffe Mann zuckersüß, überfreundlich und sprach sogar etwas englisch. Ständig machte er Witze, dass auch wir nicht einreisen dürften – „Haha!“ -, das fanden wir bald nicht mehr lustig, aber dann hielten wir endlich das benötigte Papier in den Händen. Wir haben gleich an der Grenze eine recht gute Straßenkarte ergattern können (bezahlt in der ungewohnten aber offiziellen Landeswährung Dollar) und so ging’s schnell weiter. Die Panamerikana bis Quito ist super asphaltiert und die Ausschilderung war auch recht gut, so kamen wir zügig voran. Die Umgebung um die Hauptstadt war nicht so besonders einladend, die Orte waren alle ziemlich grau, dafür entgegen dem restlichen Land sauber und wir passierten mehrere Vulkane. Die Ecuadorianer fahren zurückhaltender und hupen relativ selten und sind nach klassischer südamerikanischer Manier sehr nett und hilfsbereit. Unterwegs hielten wir kurz an einer Parkbucht an, denn ich musste mir dringend die Haare waschen. Kurz zu duschen in der nächtlichen Kälte ist ja immer okay, aber zum Haare waschen brauch ich schon ein bisschen Wärme.Gegen Spätnachmittag erreichten wir den Äquator. Ein orangener Pfeiler auf einem großen Platz zeigt die „mitad del mundo“ (die Mitte der Welt) an und das war es dann auch. Zum etwas entfernten Museum zog es uns dann nicht weiter. Langsam dämmerte es und scheinbar gehört es bei uns schon zur Normalität am ersten Tag in der Dunkelheit zu fahren. Wir waren schon fast in Quito, als wir kurz vorher noch eine geeignete Tankstelle zum Übernachten fanden. Dort haben wir erst mal gekocht, unser erstes ecuadorianisches Bier probiert – sehr schmackhaft – und fest geschlafen.Am nächsten Morgen waren wir schon zeitig wach und fuhren schnell weiter, um uns einen Frühstücks- und Zähneputzplatz zu suchen, denn die Tankstelle war nicht besonders einladend. Den fanden wir auch und nach einem leckeren Milchkaffee ging’s schnell nach Quito.Man sollte meinen, dass solche Millionenstädte (auch wenn Quito „nur“ 1,5 Mio. hat) eine ordentliche Umgehungsstraße haben, aber weit gefehlt. Wie so oft mussten wir uns durch die komplette Stadt quälen. Da Quito von den Bergen seitlich eingegrenzt liegt ist, ist die Stadt nur etwa 2 km schmal, dafür gut und gerne 40 km lang. Gemessen daran war die Fahrt wenig stressig, unterwegs konnten wir noch in einem Campingladen Gaskartuschen ergattern. Die Stadt ist entgegen unserer Infos und für eine Metropole sehr sauber, wenn man mal von den unzähligen Dieselstinkerbussen absieht. Wir kehrten kurz in ein großes Shoppingcenter ein und dort gab es nichts was es nicht gibt. Die sozialen Unterschiede sind in Ecuador halt recht groß und das erkennt man sehr gut an diesen exklusiven Centern, die keine Wünsche offen lassen. Nach klassischem Internet- und Supermarktbesuch fanden wir trotz nicht vorhandener Ausschilderung recht schnell wieder aus der Stadt heraus, denn groß besichtigen wollten wir eh nichts.Unser Ziel war ein kleines Örtchen namens Canoa an der Pazifikküste, von dem wir von anderen Reisenden gehört hatten, die dort eine recht lange Zeit verbrachten. Doch um an die Küste zu kommen mussten wir erst mal gut 320 km zurücklegen. Hört sich gar nicht so viel an, aber das kommt halt immer auf die Strecke an.Um von Quito an die Küste zu kommen ging es mitten durch dichten Dschungel. Nur der Nebel hing tief in den Bäumen und die Orte wirkten auf uns irgendwie so trostlos. Das sollte sich zum Glück mal ändern, als wir auf Santo Domingo, eine etwas größere Stadt trafen. Dort herrschte ein wahnsinniger Trubel, es schien als hätten sich alle Leute auf den Straßen versammelt, überall wurde angepriesen, verkauft und gehandelt. Die Stadt war quicklebendig und wir gerieten ausgerechnet mitten in einen Wahlkampf. Da wurden die Wahlhelfer per PKW, LKW oder Fahrradrikscha durch die Hauptstraße gefahren, alle bestückt mit Lautsprechern, blauen Luftballons und Fahnen. Als sie uns erblickten riefen sie Mathias „Mister, Mister“ zu und gaben uns Wahlzettel ins Auto, bis die Polizei dem ein Ende bereitete und uns aus dem Tross eskortierte. Die weitere Strecke war wieder unspektakulär und wirkte wieder sehr eintönig auf uns. Viele Häuser sind aus Bambus gebaut, oft auf Stelzen und wären eigentlich ganz schön, hätten sie nicht als einzige Bemalung Wahlwerbung. Und das im ganzen Land so! Aber bei ca. 100 Parteien in diesem kleinen Land, da gibt es viel zu bemalen. Und da man ja automatisch immer alles liest, was so geschrieben steht, und dann immer dieselben Namen zu sehen bekommt, das ist nervig! Wahrscheinlich hätte alles ein wenig freundlicher auf uns gewirkt, wäre das Wetter besser gewesen. Aber über uns hing ein komischer Dunst („guría“), der alles in ein trostloses Licht tauchte, das ganze bei schwülwarmen 29°. In der kleinen Stadt El Carmen hob sich noch mal kurz unsere Stimmung, da dort wieder sehr buntes und quirliges Treiben herrschte, aber danach war es wieder eintönig und trist. Nicht mal die relativ grüne Landschaft und die zahlreichen Bananenstauden konnten diesen Eindruck ändern.Nicht nur, dass uns die Landschaft nicht gerade freudig stimmte und uns das Wetter irgendwie depressiv machte, noch dazu wurde die Straße schlechter und immer schlechter. Wieder saßen wir fluchend im Auto, machten uns Vorwürfe und kamen wegen der steinigen und löchrigen Strecke kaum voran. Und wieder mal dämmerte es, und zu allem Unglück neigte sich der Tank dem Ende. Jetzt war die Frage, ob wir langsam weiter fahren sollten, um Sprit zu sparen, oder lieber versuchen sollten schnell zu fahren, um noch im Hellen an die Küste zu kommen. Außerdem ruckelte das Auto ein wenig, wir wussten nur nicht, ob es am schlechten Sprit oder am zu niedrigen Standgas lag. Noch dazu wussten wir noch nicht viel über die Sicherheitssituation in Ecuador, außer dass im Reiseführer ständig „gefährlich, aufpassen, nachts unsicher,…“ lasen. Und diese Gegend erschien uns wirklich nicht gerade idyllisch, die Zahl der Privatautos geht hier gegen Null, die wenigen Pick-Ups fuhren ungeachtet der Löcher schnell an uns vorbei, an den Straßen standen ein paar Besoffene, am Straßenrand stand ein Typ mit Fahrrad und Knarre umgehängt, es gab keine Unterkunft in der Nähe und nicht mal die kleine Polizeistation wirkte vertrauenserweckend. Hier wollten wir besser nirgends anhalten (müssen), also nichts wie weiter und rechtzeitig erreichten wir den Ort Pedernales und eine Tankstelle. Als das Auto versorgt war fuhren wir auf der Suche nach dem Camping, den es hier geben sollte, an den Strand. Aber niemand wusste etwas von einem Camping und nach längerem hin und her riet man uns, uns an den Strand zu stellen, der würde nachts bewacht und Duschen gibt’s eh unzählige für den Strandbetrieb. So haben wir die letzten geöffneten Duschen erwischt, im Hinterhof gab’s eine kühle Erfrischung (für 0,50 U$), im Auto ein Vesper und im Strandcafe ein gute Nacht Bier. Aber irgendwie habe ich diesmal den Höhenunterschied von 3000m auf 0m nicht so gut vertragen, mir wurde ganz schwindelig, mir kribbelte es in den Fingern, ich konnte mich auch nicht mehr auf spanisch unterhalten, ich bekam Kopfweh und ich musste mich schnell ablegen.  

Am nächsten Morgen wurden wir noch vor 6.00 von einem Mann geweckt, der meinte er wäre der nächtliche Wachmann und er wollte jetzt Geld. Komisch, dass er sich nicht vorher vorgestellt hatte!? Mir ging es zwar besser, aber ein leichter Druck im Kopf blieb, wie so oft in der nächsten Zeit. Auch Mathias hatte öfter das Problem. Das lag wohl an dem undurchdringlichen Küstennebel, der hier acht Monate lang das Wetter beherrscht. Wir standen am Strand und schauten beim obligatorischen Kaffee dem morgendlichen Treiben zu, aber so richtig toll fanden wir es hier nicht. Man muss sich zwar immer erst an ein neues Land gewöhnen und auch geistig ankommen, aber obwohl wir uns dessen bewusst sind, machte das die Sache nicht besser. Also fuhren wir die Küste gen Süden nach Canoa, wo wir uns einen schöneren Ort erhofften. Die Küste war nicht besonders abwechslungsreich, sehr trocken und wenig Vegetation, Bambushäuser mit Wahlwerbung, dazwischen ein paar kleinere Strandorte mit besseren Hotels, immerhin war die Küstenstraße besser als die am Vortag. 

Canoa ist ein einfacher und schöner Ferienort, kleiner als Pedernales, es gibt viele Fischer, einige (überwiegend einheimische) Surfer und zahlreiche ausländische Touristen. So viele hatten wir schon lange nicht mehr gesehen. Da wir von Frank und Katrin (www.vollepulle.net) von einem schönen Strandhaus wussten, machten wir uns gleich auf die Suche am Ende des Strandes. Im Hostal Bambú sollten wir Infos bekommen, aber dort fanden wir – noch viel besser – einen Camping im Garten vor. Das steht ja oft im Führer, dass man Campen kann, aber meistens haben sie dann dort nur Platz für ein paar Zelte. Daher staunten wir nicht schlecht, als wir bereits ein Auto im tropischen Garten stehen sahen. Also haben wir aufs Haus verzichtet, im Pauli schläft es sich eh am Besten, und in erster Reihe zum Strand war’s auch zu windig und wir stellten uns für 4€/Nacht neben die englische Familie in den Garten. Heiße Duschen gab’s noch dazu, das Restaurant war direkt am Strand, man konnte Billard oder Tischtennis spielen und wir hatten ein schönes Plätzchen mit Sandboden in der hübschen windgeschützten Gartenanlage. Und das Hostal verfügt über einen Generator, der auch dringend notwendig ist, da so ziemlich jeden zweiten Abend der Strom ausgefallen ist. An der guten Organisation merkte man schon, dass der Besitzer Westeuropäer ist. Hier gefiel es uns, hier wollten wir erst mal bleiben und unsere Sachen auf Vordermann bringen. Ich hatte da immer noch einen Reisebericht offen – wie immer! – und es waren kleinere Sachen am Pauli zu richten. Wäsche hatten wir auch wie immer viel zu waschen, aber das gaben wir dann doch in die Wäscherei, bei 1 U$ pro Kilo haben wir nicht lange überlegt. Aber wie viel Wäsche wir in diesen zwei Wochen dort abgegeben haben, dass ist nicht mehr normal. Das ganze zwar inklusive Bettwäsche, aber wir haben es insgesamt auf 25 kg gebracht – im Sommer!Ich glaube, wir zählen zu den saubersten Travelern, die es gibt. Dass wir regelmäßig duschen (und danach auch noch frische Klamotten anziehen!) steht auch nach fast zwei Jahren gar nicht zur Debatte. Und wenn wir uns dafür unter widrigen Umständen oder in der Kälte in ein dunkles Eck stellen, hauptsache wir sind frisch! 

Unsere Nachbarn waren sehr nett. Paul und Gill kommen ursprünglich aus England, haben jedoch die letzten Jahre in Botswana gewohnt und von dort stammen das Auto und ihr Sohn. Eliot ist vier Jahre und sehr aufgeweckt. Wenn die Eltern morgens noch schliefen, dann schaute er immer mal bei uns vorbei, mal beobachteten wir die Leguane in den Bäumen über uns, mal spielten wir Murmeln oder flogen gemeinsam auf den Mond. Mit den Eltern tauschten wir Reiserouteninformationen aus, da sie herkommen, wo wir hinfahren, und umgekehrt. Und obwohl wir nicht zu den notorischen Landkartenausbreitern gehören (mit wem auch bisher), ist es ja ab und an ganz nützlich ein paar Infos zu bekommen. Nur über Bolivien konnten sie uns nicht weiter helfen, denn dort durften sie nicht einreisen, da ihr Lenkrad auf der rechten Seite angebracht ist. Nicht mal schmieren half, (unsinniges) Gesetz ist halt Gesetz!Am ersten Abend gesellte sich noch „El Bart“ (www.elbart.nl) zu uns, ein witziger Holländer, der sich in Chile ein Auto gekauft hat (ein ganz normaler Subaru), mit dem er jetzt einmal um Südamerika fahren möchte. Er wollte sogar die Transamazonika fahren, wir haben ihn dann doch überzeugt ein Schiff zu nehmen. Da er „nur“ ein Jahr Zeit hat, war er ein wenig in Eile, und ist leider am nächsten Morgen wieder abgereist. Aber die Engländer blieben noch ein paar Tage und erfreuten sich allabendlich über neue DVDs von uns. Da sie mit ihrem 24 Jahre alten Land Rover unterwegs sind, ist offensichtlich, dass er gerne an Autos werkelt. Und kaum hatten wir die Motorhaube offen (also den Beifahrersitz hochgeklappt) oder einen Schraubenzieher zur Hand, stand er mit Rat und Tat zur Seite.  

Die anderen Gäste waren teilweise nicht ganz so sympathisch, bzw. wir konnten nicht immer erkennen, was sich so hinter den großen Sonnenbrillen so alles verbarg (trägt man die tatsächlich immer noch?). Aber mit der Zeit lernt man schon die richtigen Leute kennen, da auch viele Gäste aus anderen Unterkünften gerne bei uns ins Restaurant gingen. Das kann ich absolut nachvollziehen, die Küche ist einmalig, der Preis zwar gehoben im Vergleich zum Landesniveau, aber wenn ich für eine Portion Krabben (ca. 50 und schon gepuhlt) mit Beilagen keine 5 U$ bezahle, dann kann man nicht meckern. Mein absoluter Renner war der Fisch in Kokossauce – ein Traum! Wir gingen demnach fast täglich bei uns Essen, wie im ganzen Land gab’s auch dort ein günstiges Mittagsmenu mit Saft und Suppe. Das war zwar auch fast doppelt so teuer wie normal (und das bei 2,50U$!), aber bot immer eine tolle Abwechslung zu den klassischen Tellern mit Reis, Bohnen und Fleisch oder Fisch. Nur beim Geldwechseln hatten sie hier das gleiche Problem wie überall im Land und wie so oft in Südamerika (erstaunlicherweise nicht in Kolumbien): Geldscheine von 20 U$ waren schon ein Problem zu wechseln! Das Restaurant zählt zu den Besten im Ort, die Toiletten sind sauber und man kann direkt in die Küche schauen. Dass das nicht zur Normalität gehört, bekamen wir mit, als wir mal auswärts Essen waren. Wir haben uns extra ein gutes Restaurant empfehlen lassen, preislich etwa wie im Bambú. Aber das Essen war bei weitem nicht so viel und so gut und die Toiletten ein Thema für sich. Mathias wollte sich vor dem Essen die Hände waschen, aber statt einem Waschbecken fand er nur eine Schüssel mit Wasser vor. Okay, dann geht halt gerade mal das Wasser nicht, kann ja mal vorkommen. Aber nachdem er dann seine Shrimps gepuhlt hatte und sich wieder die fettigen Hände waschen wollte, blieb ihm wieder nur die bekannte Schüssel, in der er sich ja vorher schon die Hände „gewaschen“ hatte. Lecker und auf Wiedersehen! 

Manchmal haben wir uns natürlich auch selbst versorgt, was aber gar nicht so einfach war. Einen Supermarkt gibt es nämlich nicht, nicht mal im nächsten Ort, 16 km weiter. Obst und Gemüse gibt es immer dann, wenn einer der Gemüse-LKW durch den Ort fuhr. Aber dann gab’s volle Tüten für wenig Geld. Wir haben gehört, dass fürs Brot wohl auch ein Auto durch den Ort fährt, aber immer so früh, dass wir das eh verpassten. Dafür gab es noch eine Minibäckerei, aber da konnte man nie sicher sein, ob sie was haben. Und wenn, dann mal nur Käsebrötchen, mal nur Schokorollen, aber immer alles süß, selbst gesalzenes Brot. Und den Rest muss man sich halt in den kleinen Lädchen zusammensuchen. Irgendein abgepacktes Brot gab’s immer, mit Glück gab’s sogar mal Mortadella und Käse kauft man nicht nach Gewicht sondern wahlweise für 35 oder für 65 Cent. Aber wie gesagt, wozu selbst kochen? :-) 

Obwohl uns das Wetter nicht so besonders viel Lust aufs Schwimmen bereitete, konnten wir uns trotzdem nicht verkneifen ab und zu mal Baden zu gehen. Schließlich war es für uns das erste Mal, dass wir im Pazifik schwimmen konnten. Das letzte Mal in Chile vor 1 ½ Jahren hatte es ja kältetechnisch gerade Mal für die Zehenspitzen gereicht. Und obwohl es nicht so besonders warm war – 25° war das höchste der Gefühle – und noch dazu recht windig, bedarf es schon einiger Überwindung sich in die Fluten zu schmeißen. Einfacher war es dann, wenn wir wie so oft vorher Beachball spielten, dann waren wir eh schon aufgeheizt. Aber so oder so, das Wasser war wenigstens immer angenehm warm, nur beim Rausgehen wurde es dann etwas frisch. Und auch wenn wir abends immer einen Pulli brauchten hatten wir dafür nachts angenehme Temperaturen zum Schlafen. Wir redeten uns das Wetter halt immer etwas schön, freuten uns, dass es kaum Moskitos gab und wollten uns gar nicht vorstellen, was hier im Hochsommer – also Dezember bis April – so los ist. Dann steigt das Thermometer auf bis zu 40°, keine Brise mehr, die abkühlt und nachts sind immer noch 30°. Puh, das bräuchten wir ja auch nicht. Besonders begeistert waren wir bisher ja von der Pazifikküste nicht gerade, und auch dieses Mal besserte sich unser Eindruck nur geringfügig. Wie kann man denn da leben, wenn man nur diese zwei Wetteralternativen hat und noch dazu jeden Tag weiß, wie das Wetter morgen wird? Und dann schimpfen wir über den deutschen Herbst? Klar ist es da auch mal länger grau und verregnet, aber man kann wenigstens jeden Tag auf eine Wetteränderung hoffen. Naja, wer will sich denn beschweren, immerhin hatten wir in den zwei Wochen an drei Tagen Sonne! Nicht den ganzen Tag, aber für ein paar Fotos ohne tristen Schleier am Himmel hat’s gereicht. :D 

Aber wir wären ja nicht so lange geblieben, wenn es uns nicht auch gut gefallen hätte. Gleich in den ersten Wochen erkundeten wir das Nachtleben. Viel ist unter der Woche eh nicht los, die meisten Touristen kommen dann am Wochenende. Wir erwischten zufällig mit Donnerstag den letzten Tag vor „ley seca“, denn da sonntags Parlamentswahlen waren, wurde auch hier die Chavez-Idee des Alkoholverbots übernommen, um Ausschreitungen entgegenzuwirken. Ist vielleicht keine schlechte Idee in Ecuador und Touristen wurde unter der Hand, bzw. unter dem Tisch trotzdem was ausgeschenkt. Nur das benötigten wir ja nicht mehr, wir hatten ja bereits unsere private Feier. Wir landeten in einer zur Hauptstraße hin offenen Bars namens „Mambo Bar“, die die beste Musik spielte, also auch mal was anderes als Schnulz oder Reggaeton (eine Art südamerikanischer Hip-Hop). Außer uns waren noch zwei Gäste da, den gesamten Abend über vielleicht noch drei mehr. Aber so sah das überall aus.Wir bestellten uns ein Bier und als Marco, der Barkeeper, seinen Kühlschrank öffnete befand sich genau eine Flasche drin. Und die war bereits für die andern Gäste. Aber kein Problem, er ist einfach schnell über die Straße gehuscht und hat am nächsten Kiosk eine Flasche für uns geholt. Das fanden wir irgendwie komisch und sind daraufhin auf Cuba Libre umgestiegen. Für 2U$ auch ein Schnapper und mal wieder richtig lecker. Aber die Cola musste er auch bald am Kiosk nachkaufen! :-)Mit der Zeit haben wir mitbekommen, dass das mit den leeren Kühlschränken normale Manier ist in Canoa. Egal was man bestellt, selbst in Restaurants (außer bei denen die von Ausländern geführt werden), eine Flasche ist da, die nächste wird am Kiosk nebenan geholt. Wir wissen immer noch nicht warum, vielleicht haben sie nicht genug Geld um auf Vorrat zu kaufen, oder der ständige Stromausfall macht die Getränke nicht richtig kalt? Blödsinn, aber leider haben wir es verpasst, mal jemanden zu fragen.Der Abend wurde dann auf jeden Fall noch richtig lustig, Mathias und ich finden erstaunlicherweise immer noch Themen zum Unterhalten. Und wenn mal nicht mehr, dann finden wir garantiert jemand anderen zum Zuquatschen. Diesmal war es zuerst Marco, der uns lustigerweise eine CD mit deutscher Musik vor die Nase legte. War zwar generell unser Geschmack, wären nicht so ein paar Titel von Xavier darunter gewesen! Flenn, heul, jammer!Danach mussten die zwei Kolumbianer daran glauben. Doch denen war es ganz recht, noch dazu kamen wir gerade voller Begeisterung aus Kolumbien. Mit ihnen tranken wir bis die Bar unter Polizeiaufsicht zumachte und danach sind wir noch auf einen Absacker zu ihnen ins Hotel. Der Ort ist nicht gerade groß, da konnten wir mal schnell hinlaufen.Als wir dann auf dem Heimweg waren, hörten wir aus einem Dachfenster laute Musik und einer der Surfer (ein Bubi, aber hat das Surfen echt drauf!) schaute gerade aus dem Fenster. Oh, Party, dazu waren wir ja eh gerade in der Stimmung und wir überredeten ihn, uns aufzumachen. Doch oben in der Wohnung mussten wir feststellen, dass wir gerade die Anzahl der Partygäste um 100 % erhöht hatten. Dort verabschiedeten wir uns recht schnell wieder, denn außer uns war nur noch ein überaus coooooler Chilene da, der von uns nicht ganz unberechtigt den Spitznamen „Dummi“ erhielt. :-)   

Am nächsten Morgen ging es uns bescheiden, wir wollten ja eigentlich den Schnaps weglassen – aber in Zukunft, ganz bestimmt! Wenigstens schaffte ich es diesen Tag mit Leichtigkeit ohne Zigarette und fand das einen guten Anlass, es vielleicht doch bleiben zu lassen. Und bis heute bin ich schon über vier Wochen „trocken“, Mathias ist es ja schon seit über vier Monaten. 

Nach einer Woche haben sich die Engländer dann verabschiedet, da sie auch schon etwas länger im Bambú waren. Da sie eigentlich den schöneren Platz hatten, parkten wir kurzerhand unseren Pauli um. Wir hatten ja schon die ganze Woche die Leguane in den Bäumen über uns beobachtet, jetzt wurden die Kerle langsam unangenehm. Denn irgendwie haben wir unseren Tisch und die Stühle wohl genau unter ihren Kackplätzen aufgebaut, denn es verging kein Tag, an dem Mathias nicht fluchend die grünen schleimigen Spuren beseitigte. Und selbst den schmalen Streifen der Hängematte schafften sie regelmäßig einzusauen. Wer braucht da noch Galapagos, so nahe hat man die Natur auch nicht immer – will man ja auch gar nicht! ;-) Aber es ist schon phantastisch, diese Urzeitviecher zu beobachten, zumal diese Gesellen mit 1m nicht gerade zu den kleinen Exemplaren gehörten. 

Wir sind noch ein weiteres Mal ausgegangen, man muss ja soziale Kontakte knüpfen und pflegen. ;-) Und das hat an diesem Abend besonders gut geklappt, obwohl wir gar nicht vorhatten wegzugehen. Aber das Bier schmeckte zum Abendessen, wie es halt manchmal so läuft. Da haben wir dann auch Kathi und ihren Freund aus Hamburg und unseren Klavierspieler Felipe kennen gelernt, der dank seines Talents (und Papis Kohle) sogar schon in Deutschland war. Später haben wir uns dann alle in der Mambo-Bar bei Marco wiedergetroffen und uns angeregt unterhalten. Plötzlich meint ein Ecuadorianer in abenteuerlichem Deutsch, er war schon auf dem Kommz. Hä? Nelson hat Frau und Kind in Deutschland und selbst einige Jahre in Deutschland gelebt. Mit ihm und einem Österreicher sind wir dann zum Feierabend noch zu ihm nach Hause gelaufen, nachdem wir einen nervigen Akro-Deppen abgeschüttelt hatten. Wir holten uns an einem Privatkiosk noch ein paar Absackerbier, quatschten und hörten Musik, bis wir uns dann zu später Stunde verabschiedeten. In Ecuador machen mit Ausnahme einiger Städte alle Bars gegen Mitternacht zu. Wunderte uns etwas und einige Leute setzen sich für längere Öffnungszeiten ein, gerade auch weil viele Touristen erst spät weggehen und gleich wieder Heim müssen. Aber andererseits finden es gar nicht alle so verkehrt, so kommen schon keine fertigen Gestalten zu später Stunde in ihre Kneipen. Hat halt alles zwei Seiten.Am nächsten Tag stand Gazza, der Österreicher vor der Türe. Er ist ein ziemlich durchgeknallter Typ, reist gerade ein bisschen durch Ecuador zum Wellenreiten und ist in Canoa gelandet, da sich eine Freundin von ihm gerade hier niederlassen will – mit Grundstück an den Klippen, wo sie und ihr Freund gerade auf einer Plattform in den Bäumen im Zelt schlafen. Er ist im „normalen Leben“ Snowboardlehrer, hat zuletzt in Japan gearbeitet, bevor er für vier Monate mit einem Bußchen durch Australien gereist ist und nebenbei auf Farmen gearbeitet hat. Und da Gazza ganz und gar nicht der Typ fürs alleine sein ist, war er ab sofort fast Tag und Nacht bei uns. Außer, wenn er es mal geschafft hatte Surfen zu gehen, aber dazu fehlten ihm gerade der Dreh. Ich glaube er hat in Stunden sogar die Jutta aus Florianopolis übertroffen. :-) Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden, waren gemeinsam am Strand oder Pizza essen (bei Leo, dem besten Surfer des Ortes), haben Bilder angeschaut, er hat uns mit viel neuer Musik versorgt und wir haben gebabbelt bis selbst er einen hessischen Einschlag hatte. ;-) Und da er ja Single ist (abgesehen von der Zahnärztin und dem „Kaugummi“) wollte er auch noch weg, wenn wir schon bereit fürs Bett waren. Dann musste halt z.B. Felipe ran, der sich bereitwillig mit ins Nachtleben stürzte. Außerdem lernte er noch den Kanadier Dave, ein Vollblut Einzelgängersurfer, und ein australisches Pärchen kennen. Gemeinsam trafen wir uns zum Abendessen im „Café Flor“, wo es neben super Gerichten noch die attraktive Bedienung und Spanischlehrerin Andrea gab. Aber wir drei waren einfach zu albern an diesem Abend, Dave verabschiedete sich zeitig, mit den Aussis hatten wir noch einen äußerst witzigen Abend, wenn sie unseren deutschen Albernheiten auch nicht immer folgen konnten.  

Morgens bin ich wie so oft aufgewacht, ohne zu wissen wo ich genau bin. Aber erfreulicherweise hatte ich wie so oft einen tollen Ausblick mit Palmen über mir, dann kann es mir auch egal sein, wo wir gerade stehen. Unser tägliches morgendliches Ritual bestand aus Kaffee und Rummy. Wir haben das Spiel wieder aus der Kiste geholt und uns seitdem nicht mehr dabei gezofft. Ansonsten verbrachten wir wieder mal viel Zeit im Internet. Anfangs, weil die Maschinen so furchtbar langsam waren, später weil wir ein anderes schnelles entdeckt hatten, von wo wir z.B. unsere Bilder hochladen konnten. Nebenbei haben wir auch viel telefoniert, skype ist schon eine tolle Erfindung! Nur leider bekommt man nicht nur gute Nachrichten aus der Heimat. Als ich z.B. meinem Papi zum 60. Geburtstag angerufen hatte, erfuhr ich, dass meine Oma am selben Tag mit einem Schlaganfall ins Krankenhaus gekommen ist. Das trübte natürlich die Feierlichkeiten und wenige Tage später ist sie dann gestorben. Naja, mit 92 Jahren hatte sie ihr Leben gelebt, sie führte bis zuletzt ihren Haushalt und Garten alleine, war stets gesund. Da darf sie auch einschlafen und wenigstens musste sie nicht leiden… Aber verabschiedet hätte ich mich doch gerne von ihr.  

 

Zwei Dinge fehlen in Canoa, ein Geldautomat und eine ordentliche Apotheke. Das Problem mit Mathias roten und angegriffenen Kniekehlen haben wir mittlerweile erkannt, es ist ein Pilz, kommt wohl von schlechtem Duschwasser. Wir hatten bereits eine Creme gekauft, es wurde immerhin nicht schlimmer, aber eben auch nicht besser. Zwar handelte es sich nicht um eine schwerwiegende Krankheit, aber beeinträchtigt hat sie uns doch. Reiten war damit ausgeschlossen, beim letzten Mal in San Augustin verschlimmerte es sich durch die Reiberei eindeutig. Und da es Mathias unangenehm war, wenn die Hose drüber rieb, ist er nur noch mit hochgekrempelten Hosen rumgelaufen. Sehr „cool“, aber da sieht man mal, wie schlimm es war, dass ihm das auch schon egal war.Und da wir in Canoa fleißig konsumiert hatten, mussten wir dann an unserem letzten Tag doch noch mal nach San Vicente fahren. Kostet mit dem Bus auch nur 0,35U$ und man ist schnell dort und dort erwartete uns ein lebendiger Ort. Gazza, unser Dauergast ist natürlich gleich mitgefahren. In San Vicente haben wir dann endlich eine neue Creme bekommen und siehe da, sie wirkt. Die alte war wohl schon zu lange in der Hitze gelagert worden, jetzt endlich verbesserte sich die Angelegenheit endlich.Das mit dem Geldautomat hat auch geklappt, wir tranken danach in der Bar ein Bier, Gazza war beim Barbier. Nach allen Erledigungen ging’s wieder nach Hause, diesmal endlich mit einer Chiva, was ich ja in zwei Monaten Kolumbien nicht geschafft hatte. Aber bequemer ist’s dann doch mit dem Bus… 

Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich abreisen. Wir überlegten, noch eine Nacht zu bleiben, aber da es irgendwie sehr kühl und windig war und wir keine Lust mehr auf Strandleben ohne richtiges Strandleben hatten fuhren wir weiter. Nach langem hin und her entschieden wir uns gegen die Strecke zurück zu den Vulkanen (obwohl es auch eine bessere Straße nach Quito gibt), und für die Küstenroute. Ehrlich gesagt wollten wir nur zügig wieder aus Ecuador raus, erst recht nachdem ein in Quito lebender deutscher Lehrer meinte, Peru wäre eh viel schöner und sehenswerter. Gazza war auch irgendwie unschlüssig, was er als nächstes machen sollte und so entschied er kurzerhand, bei uns ein Stück mitzufahren. Also packten wir ihn mitsamt Gepäck und Surfbrett hinten in den Pauli und fuhren Richtung Manta. Von San Vicente aus mussten wir mit der Fähre nach Bahía, dort gab es dann auch endlich einen großen Supermarkt, den wir uns alle nicht entgehen lassen konnten.Dann ging es immer die Küste entlang nach Manta, aber die Landschaft änderte sich nicht großartig. Es war immer noch gleich ländlich, gleich diesig, trocken, trist und farblos. Manta ist um einiges größer und unübersichtlicher als Canoa, immerhin war es etwas wärmer, aber auch schwüler und es gab einen guten Surfstrand, aber sonst hatte die Stadt nichts Einladendes. Es stank abwechselnd nach Fisch oder Pipi, aber das ist wohl in ganz Ecuador so. Nach dem Besuch in der Touri-Info fuhren wir Gazza zu einem Hotel in der Nähe des Surfstrandes – dort hat’s nämlich nicht so gestunken – und verabschiedeten uns dann.Wir fuhren weiter, quer durchs Land bis es dämmerte und wir hielten zum Übernachten unter Aufsicht von Polizei, Feuerwehr und Abschleppdienst am großen Parkplatz einer Mautstation. Morgens ging’s weiter, immer der Straße, bzw. dem Müll entlang. Das war ja wirklich toll im Bambú in Canoa, dort gab’s für jeden gesammelten Sack voll Müll einen Cocktail für umme. Und ob ihr es glaubt oder nicht, wir haben Müll gesammelt ohne dafür einen Cocktail zu verlangen. Unterwegs haben wir tatsächlich mal am sonst so diesigen Himmel die Sonne durchblinzeln gesehen, das hebt wenigstens ein bisschen die Stimmung. Immerhin waren die etwas größeren Städte mit ihrem Gewusel nicht ganz so trostlos. In Guayaquil, mit 2 Mio. die größte Stadt und die mit dem größten Hafen Ecuadors, sind wir noch mal in einem Shopping eingekehrt. Und die sind ja wie auch Banken, Supermärkte, … immer durch bewaffnete Sicherheitsleute mit großen Wummen bewacht – das übliche Bild in Südamerika halt. Aber die Gegensätze sind schon krass, da läuft man durch ein Einkaufszentrum, in dem es alles gibt, was das Herz begehrt und draußen fahren die Ladas durch Straßen, und die Umgebung erinnert eher an den Ostblock… L 300 haben wir auch wieder mal gesehen, hier waren sie als Schulbusse getarnt. :-)Wir passierten endlose Bananenplantagen, dazwischen kleine armselige Haziendas und Holzhäuser auf Stelzen. In den Orten sind die meisten Häuser einstöckig, oben schauen noch die Stahlträger auf dem „Dach“, vielleicht wird ja irgendwann noch mal einer draufgesetzt. Oder es stehen komische Betonkästen da, futuristisch verglast, was ebenso wenig zur Verbesserung des Stadtbildes beiträgt. Noch eine letzte Nacht an einer Tankstelle, dort gab’s sogar Duschen, aber nur bei den Herren! Und noch ein letztes Bier im Tankstellenshop und bereits um 20.00 lagen wir schnarchend im Pauli. Am nächsten Morgen fiel uns erst mal auf wie eklig und zugemüllt die Tankstelle wirklich war und wir sind schnell weitergefahren. Unseren Müll schmissen wir zu den Bergen aufs Feld nebenan, wozu den Beutel in die Tonne schmeißen, wenn sie dann eh auf ebendieses Feld entleert wird!?Kurz vor Huanquilla bekamen wir unsere Ausreisestempel, dann ging’s es rein ins Gewühl vom Grenzort zu Peru. Dort herrschte wider mal unglaubliches Gewusel und wir mussten mitten durch den Ort mit lauter Marktbuden – so eine Art Fußgängerzone – um an die Grenze zu kommen. An die unzähligen Motorradrikschas im ganzen Land haben wir uns schon sehr gut gewöhnt. Und genau in diesem hektischen Wirr Warr konnte ein LKW nicht über die Grenze und blockierte den gesamten Verkehr. So warteten wir hinter einem großen Reisebus und zwischen diversen Ständen mit Rinderköpfen, Besen, oder Gemüse bis wir endlich die Grenze passieren konnten. Immer wieder quetschten sich Händler mit überdimensionalen und vollbeladenen Handwagen an uns vorbei, ständig mussten wir – von der Polizei geleitet – umparken. Als ich unser Papier fürs Auto abgegeben hatte, fand ich Mathias nicht mehr. Aber einer der vielen „Helfer“ führte mich im Gewühl wieder zu ihm und wollte dafür ein „Souvenir“ von mir :-). Mathias besorgte uns derweil von einem der Straßenhändler Socken, handelte mit Geldwechslern (absolut nicht empfehlenswert, aber dazu mehr im nächsten Bericht!) und endlich waren wir weit genug gekommen um auf peruanischer Seite die Einreisepapiere fürs Auto zu erledigen. Der nette Zöllner legte ganz besonders großen Wert auf unsere Autoversicherung und innerhalb kurzer Zeit waren wir in Peru, unserem Land Nummer 9! 

Zum nächsten Bericht: 32. Ecuador – Cordillera Blanca – Lima: „Inselhopping“ durch die peruanische Wüste bis Lima