09. Esquel – Trenque Lauquen

9. Reisebericht: Die Partyzeit beginnt!

Esquel – El Bolsón – Villa Mascardi – N.P. Nahuel Huapi – San Carlos de Bariloche – Trenque Lauquen

So, da waren wir in dem schoenen, von Bergen umrahmten und nicht sehr touristischen Ort Esquel. Mit seinen rund 60.000 Einwohnern, die meisten mit indigenem Einschlag, hat er gleich Heimatgefuehle geweckt und trotz der anhaltenten Kaelte haben wir uns recht schnell wohl gefuehlt. Wir hatten wieder mal die ueblichen Erledigungen wie Internet, Reinigung und Schlafplatz suchen hinter uns zu bringen und somit war auch hier unsere erste Anlaufstelle die Touri-Info.
Wir fanden einen schoenen Campingplatz, zwar 15 Gehminuten vom Zentrum entfernt, aber eingebettet von Bauemen, natuerlich mit dem obligatorischen Grill und mit sehr lockerem und freundlichem Besitzer. Bezahlen hatte hier keine Eile, er wollte erst mal fertig kochen, wir sollten irgendwann wieder kommen und so nahmen wir erst mal die ersehnte heisse Dusche. Bei den Temperaturen hier kramte ich tatsaechlich zum 2. Mal auf dieser Reise meinen Foen raus, denn krank werden wollte ich ja nicht. Wir richteten uns schon mal auf einen laengeren Aufenthalt ein und spannten unsere Regenplane auf. Danach wollten wir uns den Ort etwas naeher ansehen und liefen die 8 Blocks in die Stadt. Im Zentrum goennten wir uns erst mal zwei Riesenburger in einem sehr urigen Café mit Sofaecke, grosser Holztheke und altrosa Anstrich. Danach suchten wir uns das beste und gemuetlichste Internetcafe (mit Rauchermoeglichkeit natuerlich), denn da wuerden wir ja in den naechsten Tagen viel Zeit verbringen um unsere Homepage auf den neusten Stand zu bringen.
Am naechsten Tag weckte uns die Sonne mit den ersten warmen Strahlen und wir konnten in der Sonne sogar T-Shirts tragen ohne zu frieren. Auf dem Weg in die Stadt versuchten wir neues Oel zu kaufen, war zwar noch nicht eilig, aber ohne stehen wir halt bloed da, da unser Pauli auf 1000km schon einen Liter verbraucht. Und sicher ist sicher. Aber bei den Preisen hier haben wir es uns nach den ersten Versuchen wieder abgeschminkt, wir wollten ja nur Oel, kein ganzes Auto kaufen.
Nach vielen Stunden an der Flimmerkiste brauchten wir erst mal Nahrung. Wir holten uns ein Schnitzelbroetchen und beschlossen, es direkt auf der Plaza zu verdruecken. Bei Sonnenschein genossen wir das rege Treiben und mussten bald feststellen, dass hier jeder mit den Vorbereitungen fuer die bevorstehende 100-jahr Feier beschaeftig war. So uebten Jongleure und Musiker, der Rasen wurde frisch gemaeht, Statuen gereinigt, Strassenstaende und eine Buehne wurden aufgebaut. Dazwischen fuhren Kinder Karussell oder mit wahnwitzigen Fahrradkonstruktionen, Muetter fuetterten ihre Babies, Teenis tippten auf dem Handy, Hunde spielten auf der Wiese. Ein angenehmes Gewusel herrschte und wir freuten uns schon auf das Wochenende, auch wenn wir noch keine konkrete Vorstellung hatten, was uns erwartet.

Als wir am naechsten Tag wieder in die Stadt liefen, wollten wir es noch ein letztes Mal mit dem Oel versuchen, und siehe da, ploetzlich gab es in jedem Laden noch billigeres als im vorherigen. Schon kurios, da muss man nur mal die Strassenseite wechseln und schon sieht die Welt ganz anders aus. Gut gelaunt steuerten wir wieder ins Internet, gaben uns danach wieder dem Plazatreiben hin, wieder in den Interneshop, wo wir schon mit der Frage empfangen wurden, ob wir hier fuers Internet oder zum Urlaub sind? Wenn die wuessten wieviel Zeit wir fuer Urlaub haben.

Unser Zeltplatz fuellte sich langsam, wir wussten noch nicht, ob es am Wochenende oder an der Feier lag. Uns war es egal, wir hatten uns auf mal wieder feiern am Samstag eingestellt und begnuegten uns an diesem Abend mit einer Flasche Wein zum Abendessen. Jedoch ertoente von nicht weit her dauernd eine Lautsprecherstimme und irgendwann wollten wir doch wissen, ob da nicht irgendetwas groesseres im Gange ist. Also folgten wir dem Laerm und den Gruppen von Teenis, aber als wir nach 20 Minuten immer nocht kein Spektakel ausmachen konnten, die Lautsprecher komischerweise immer leiser wurden, entschlossen wir uns, unsere Kraefte fuer den naechsten Abend zu schonen und sind ins Bett gegangen.
Kaum lagen wir da, Mathias schlief gleich tief und fest, ging irgendwo entfernt ein Feuerwerk los. Toll, und wir lagen im Bett! Aber zum Aufstehen konnten man uns auch nicht bewegen, also freuten wir uns auf den naechsten Tag.

Und siehe da, der naechste Tag belohnte uns mit Sonne satt, und so machten wir uns gut gelaunt auf den Weg zum… Internet natuerlich. Doch unterwegs mussten wir feststellen, dass wohl gerade eine Parade im Gange war. Ueberall am Strassenrand standen Panzer und andere Militaerfahrzeuge. Daneben unmengen von Pferden mit Gauchos und Leuten in unterschiedlichster Tracht. Alle hielten sich bereit, bis ihr Auftritt kam. Also aenderten wir schnellstens unsere Plaene und reihten uns in die Zuschauermengen ein. Da war ein Aufgebot von wirklich allem, was die Stadt zu bielten hat.
Zuerst kamen die Kleinen mit ihren Tanz-, Sport- und Militaervereinen dran, alle lautstark von einer Buehne aus kommentiert und vorgestellt und vom Publikum beklatscht und bewundert. Danach durften sich die Aelteren einreihen, auch wieder saemtliche Sportgruppen, Kochvereine, Feuerwehr, gefolgt von den Gauchos und allen, die auf einem Pferd sitzen (koennen). Mit ihren Kleidern und Trachten erinnerte das Ganze auch an einen Faschingszug und das traf sich gut, denn es war ja gerade Faschingswochenende. Nur nicht so kalt.
Danach durften sich saemtliche Militaers zeigen und sie sind schoen in Reih und Glied mit ihren Uniformen stramm marschiert, gefolgt von Panzern, die zwei Meter neben den am Rand sitzenden Kindern vorbeifuhren. So etwas gaebs in Deutschland nicht!! Begleitet wurden sie aus der Luft mit Helikoptern, gefolgt von einen Autoclub mit brutalofrisierten Wagen (beim Durchdrehen der Reifen, spritzte die reichlich vorhendene Pferdekacke herum :-)), und allem Gefaehrt was Stadtreinigung und -ordnung so zu bieten hatten. Ranger, Veteranen, Flieger, Traktoren und was weiss ich noch alles. Und das alles mit der Kulisse von ueppig gruenen Baeumen, im Hintergrund die Berge und ueber uns ein strahlend blauer Himmel.
Als die Parade beendet war, stroemten alle in Richtung Plaza, dort durfte noch eine Militaerkapelle vorspielen, bunte Luftballons wurden in den Himmel entlassen und ziemlich schnell loesten sich die Massen auf und die Buehne wurde abgebaut. Hae? Das hat uns schon gewundert, das konnte ja noch nicht alles gewesen sein, aber wie uns versichert wurde, sollte die Feier am Abend weitergehen. Soll uns nur recht sein.

Wir haben uns nochmal auf unseren Campingplatz begeben, uns ausgeruht, frisch und satt gemacht und waren bereit fuer einen wilden Abend. Der letzte lag ja auch schon einige Zeit hinter uns. Um den Weg in die Stadt etwas abwechslungsreicher zu gestalten hatte Mathias ein tolles Spiel auf Lager: An jeder Moeglichkeit, an der es etwas zu trinken gab, wollten wir einen kurzen Stopp einlegen und uns ein Bier teilen. Restaurants haben wir ausgelassen, aber ansonsten musste jeder Kiosk, Fleischerladen, Supermarkt oder Tankstelle herhalten, und davon gab es viele. Noch dazu wurde es gegen Abend auch richtig kalt und da man in manchen Oertlichkeiten nicht unser Getraenk trinken konnten, taten wir es halt auf der Strasse. Und da es sehr kalt war, tranken wir schnell.
Nach vielen Dosen Bier (die stetig teurer wurden, je weiter wir zum Zentrum kamen) landeten wir in einer Bar, die gerade geoeffnet wurde. Hier konnten wir ein wenig verschnaufen, uns aufwaermen und ein wenig mit dem Barmann plauschen .
Doch viel weiter sollten wir erst mal nicht kommen, denn gleich nebenan befand sich ein Casino, wie in fast jeder Stadt in Argentinien. Daran konnten wir nicht vorbei, denn wir hatten noch den Gewinn vom letzten Mal im Auge und wollten unser Glueck auf ein Neues testen. Lange haben wir uns um den Black-Jack-Tisch geschlichen, das Spiel verfolgt und gewartet bis ein Platz frei wurde. Mathias spielte nicht schlecht, aber leider hatten die stetig wechselnden “Gebe-Damen” meist mehr Glueck als alle Spieler und so mussten wir unseren Vodka-Martini-Abend kurzzeitig unterbrechen und mit dem Taxi zurueck fahren, Geld holen und versuchen zu retten was zu retten ist. Wie Spieler das halt so machen…(naja, bei 20 Euro Verlust, kann man dasschon verkraften!)
Beim zweiten Versuch hatten wir ein wenig mehr Glueck und konnten den Abend fortsetzen. Als naechstes ging unsere Tour ins Internetcafe, diesmal jedoch um ein weiteres Bier zu uns zu nehmen… Von dort ging es dann in eine Bar, ueber deren Eimgang eine halbe gelbe Ente herausragte. Witzig. Die Getraenke waren zwar lecker, aber ich wollte wieder mal tanzen und so zogen wir weiter in eine Disco namens “Disco”. Der Laden war eigentlich Kacke, die Musik auch, aber immerhin gab es ein Freigetraenk im Eintrittspreis inklusive. Da mich das Frollein an der Bar jedoch nicht richtig verstanden hat, bekamen wir zwei Fernet-Cola Mischungen vor die Nase gestellt, was wirklich richtig eklig ist. Ich hab zum Glueck meinen gleich umgeschuettet und so hatten wir nur noch einen zu vernichten und nix wie wieder raus. Und da es uns zuvor in der einen Bar so gut gefallen hat, erhofften wir uns dort noch einen gediegenen Abschluss unseres Abends.
Der Barmann erkannte uns gleich wieder, stellte uns seinen Kindern vor (15 und 16, wie suess) und innerhalb kuerzester Zeit waren wir Mittelpunkt des Interesses. Ein 18-jaehriger wollte gleich schon wieder kuessen – immerhin fragen sie ja vorher – und Mathias war umringt von englischsprechenden Teenis. Nach ein paar weiteren Getraenken war leider zappe in der Bar und wir standen mit einem Haufen 17 bis 23-jaehrigen ratlos vor der Tuere. Einer meinte “meine Eltern sind nicht zu Hause, ich habe sturmfrei” (wie lange hab ich das schon nicht mehr gehoert!) und der Tross bewegte sich zu seinem nicht weit entfernten Elternhaus. Dort ging es weiter mit ein paar Bierchen, die der Barmann extra noch vorbeibrachte und so beendeten wir den Abend oder besser begannen wir den Tag singend und tanzend. Das war wirklich ein sehr lustiger und sympatischer Haufen, mit dem wir massig Spass hatten.
Wir wundern uns mittlerweile auch nicht mehr, dass die meiseten, die wir in Bars oder Discos treffen so jung sind. In unserem Alter hat man fuer gewoehlich schon 2-5 Kinder zu Hause sitzen und dann ist das Party-Leben eben vorbei.
Mittags um 12.00 fanden wir dann auch den Weg nach Hause, nachdem sich Mathias schon ein wenig abgelegt hatte, und freuten uns aufs Bett. Leider klingelte schon 5 Stunden spaeter unser Wecker, da wir uns mit den Jungs verabredet hatten. Sie spielten im Zuge der 100-jahr Feier auf der Buehne (immerhin 20 Minuten) und wir wollten ihrer Ramones Coverband lauschen.
Nun sind wir ja auch nicht mehr die Juengsten und das Aufstehen faellt geschaedelt doppelt schwer. Aber der Hunger und Durst trieb uns raus, wir verabschiedeten uns noch kurz von den Jungs und dann wieder ab in die Koje. An so einem Tag braucht man eigentlich nichts ausser einem Bett und einem Fernseher und zum Glueck hatten wir die PSP, so haben wir uns mit Spiderman 2 den Abend vertrieben. Apropos TV, wir bekommen hier so wenig mit, Mathias weiss nicht mehr, was beim Fussball los ist (ausser von Rios Berichten) und noch viel erstaunlicher, wir wussten noch nicht einmal, dass olympische Spiele stattfanden. So etwas geht hier einfach an einem vorbei. Um dem zukuenftig vorzubeugen, haben wir gleich mal den Spiegel-Newsletter abonniert, so bleibt man etwas auf dem Laufenden.

Montags waren wir immer noch etwas erschoepft vom Samstag, naja eigentlich vom Sonntag, so dass wir ausser bisschen Essen und Spielen nicht viel zustande gbacht haben. Leider fetzen wir uns beim Backgammon immer derart, dass ich jetzt nicht mehr spiele. Bei Rummy steht es noch auf der Kippe, aber Backgammon ist mittlerweile gestorben. Aber wenn das alles ist, worueber wir streiten, was solls?

Dienstags haben wir es dann endlich geschafft uns loszueisen. Der Campingplatz war mittlerweile leer, was wohl auch an den endenden Sommerferien lag, und das Wetter war auch nicht mehr besonders. Wir fuhren erst mal die 15km zum Skigebiet “La Hoya”, um uns schon mal fuer den Winter zu erkundigen. Ist nicht so der Reisser, aber Argentiniens Skigebiete sind einfach anders als in Europa und dieses ist wohl das billigste im ganzen Land. Keine Angst, Pradelsche, wir finden schon was geeignetes fuer dich.
Unsere Fahrt ging weiter in Richtung El Bolsón, vorbei an hunderten Papageien. Was fuer ein Anblick. Unterwegs landeten wir in der Naehe von Chalolia, wo wir schon zeitig unser Nachtlager errichteten. Wir hatten eigentlich einen sehr schoenen Platz in einem Flussbett, umgeben von Bergen, Kuehen, Schafen, Ziegen und Gauchos. Aber irgendwie war bei uns die Luft raus. Wir hatten keine richtige Lust auf den nahegelegenen Nationalpark “Los Alerces” und die Dauerkaelte mit ihrem eisigen Wind lud auch nicht wirklich zum bleiben ein. Bei uns breitete sich langsam der Frust aus, schon vor Sonnenuntergang (gigantische Farben) krochen wir in unseren Unterschlupf, da wir trotz Sonnenschein mit Winterjacke und Muetze draussen sitzen mussten. Und so fassten wir den Entschluss, schnellstmoeglich soweit in Richtung Norden zu entfliehen, bis es warm wird, auch wenn wir unterwegs etwas verpassen sollten. Wieder mal hatten wir eine kalte Nacht mit 2º, doch mittlerwile hatten wir uns schon so an die Kaelte gewoehnt, dass wir nicht mal mehr einen Schlafsack brauchen, nur am Kopf wars ein wenig frisch.
Am naechsten Morgen ging es uns schon viel besser, wir hatten einen Entschluss gefasst und so konnten wir die Umgebung auch wieder geniessen. Uns wurde klar, wie gut wir es haben. Wir befinden wir uns staendig in der Natur und an der frischen Luft (was auch meiner Haut wahnsinnig gut tut). Wir machen einfach den Kofferraumdeckel auf und sind mittendrin. Wer kann so etwas schon von sich behaupten? Und auch an diesem Morgen schwirrten Schmetterlinge und Bienchen um uns herum, neben uns grasten Pferde und Schafe und der Bach plaetscherte vor sich hin. Im Hintergrund ein einzigartiges Bergpanorama, was fuer uns schon fast zur Normalitaet geworden ist. Wir schoben unseren Frust auf den Sonnenmangel der vergangenen Tage (dauernd im Internetcafe und auf dem schattigen Campingplatz) und auf die staendig auf uns wirkenden Eindruecke. Wir sind schliesslich schon drei Monate unterwegs, sehen und erleben fast taeglich Neues und da kann man auch mal ein bisschen ausgelaugt sein.
Mit dieser Ekenntnis fanden wir auch schon wieder positive Seiten an der Kaelte. Die Getraenke sind immer kuehl, das Essen verdirbt nicht und wir muessen uns nicht mit Muecken herumaergern. Und ein paar Wolken am Himmels sind ja bekanntlich gut fuers Foto. Hat ja alles seine Vorteile.

Auf dem Weg nach El Bolsón wurden wir wieder mal von der Natur ueberrascht. Es war zwar nicht weit entfernt, aber ploetzlich aenderte sich die Landschaft total. Wir sahen Tannenwaelder, fuhren durch eine wahnsinnige Bergwelt mit saftig gruenen Wiesen, vorbei an schnuckeligen Campingplaetzen. Dieser Ort lud zum Verweilen ein. Und so mieteten wir uns im Zentrum auf einem Camping ein und vesperten ausgiebig. Nach einer entspannenden Dusche, die mit Holz geheizt wurde, begaben wir uns in den Ort um ein kuehles Bierchen zu trinken. El Bolsón war nicht so aufregend, wie wir es uns vorgestellt haben. Der Ort hat ja eigentlich den Ruf einer Ex-Hippie-Austeiger-Komune, aber ausser ein paar Leuten mit Schlabberlook und Dreadlocks und drei Strassenverkaufern mit Tueddelkram haben wir davon nicht mehr viel gesehen. Viel war nicht los und so haben wir in einer fast leeren Bar irgendeine Fussbaluebertragung angeschaut, bisschen Robbie-Konzert gelauscht und uns wieder auf unseren Zeltplatz begeben, mit dem Entschluss am naechsten Tag weiterzufahren. Dieser Entschluss wurde noch dadurch verstaerkt, dass wir unter einem von Zecken uebersaehten Baum standen, die sich alle auf unsen armen Pauli niederliessen und puenktlich um 12.00 des naechsten Tages die Besitzerin von Zelt zu Auto gelaufen ist, um die faellige Gebuehr fuer den naechsten Tag zu kassieren. Wie uncool…
Wir waren gerade auf dem Weg zu den Leuten von “abgefahren”, die 16 Jahre mit dem Moped um die Welt gereist sind und sich jetzt in der Naehe von El Bolsón mit ihren Kindern niedergelassen haben. Wir hatten schon vorher lockeren e-mail Kontakt und wir waren schon sehr gespannt, was die beiden so zu erzaehlen und erlebt hatten.
Gerade als wir vom Platz wegfuhren trafen wir auf ein deutsches Wohnmobil. Da der Fahrer rechts ranfuhr, haben wir auch mal gehalten und liessen uns spontan auf einen Plausch am Strassenrand ein. Die Fahrer entpuppten sich als ein hollaendisches Paerchen, Dorrit und Coen, die seit vier Jahren mit ihren zwei Hunden (indisch und pakistanischer Herkunft) durch die Welt reisen und bald wieder nach Hause (in ihrem Fall Deutschland!) fahren wuerden. Wir waren uns auf anhieb sympatisch und entschlossen das schoene Wetter zu nutzen und auf einem anderen Camping ein Asado zu machen. Gesagt getan. Schnell wurden die Autos geparkt, Tische und Stuehle aufgestellt und viel Fleisch gekauft. Bisschen Bier, Wein und Gemuese dazu und es konnte losgehen. Wir haben uns ordentlich die Baeuche vollgeschlagen und den herrlich sonnig warmen Tag genossen. Kaum war die Sonne weg wurde es wieder ordentlich frisch und feucht, was uns nicht davon abhielt bis in die spaete Nacht zu feiern.
So gegen 2.00 bekam Mathias wieder Hunger, das Essen war ja schon einige Stunden her, Dorrit schlief schon fest, und so haben wir uns mit Coen auf deren Fahrraeder geschwungen und sind mitten in der Nacht in eine Bar gefahren um Burger zu essen. Abenteuerliche und lustige Fahrt, aber wir haben tatsaechlich noch etwas bekommen. Satt und mit schmerzendem Po (die Sattel waren wirklich hart) sind wir in unsere Kojen gekrochen.
Den naechsten Tag haben wir entsprechen ruhig angehen lassen, mit Kaffe und den traumhaft leckeren – und soooo billischen – Stueckchen. Dorrit und Coen sind mit ihren Hunden ein bisschen spazieren gegangen und wir haben und die Raeder geschnappt um uns ein bisschen im Ort zu vergnuegen und eines der leckersten Eis Argentiniens zu schlecken. Dabei haben wir den Ami Kyle wiedergetroffen, den wir schon von Coyhaique aufgrund seines Batterieproblems kannten. Wir haben ihn fuer spaeter eingeladen und sind abends mit ihm zusammen in eine der vielen ortseigenen Brauereien gegangen. Doch der Vorabend hing allen noch etwas in den Knochen und so haben wir uns fuer den naechsten Mittag verabredet.
Keiner von uns wusste, wohin die Reise weitergehen sollte und vor allem wann. Aber schnell entschlossen wir uns alle das anhaltend schoene Wetter zu nutzen, Kyle zog zu uns auf den Campingplatz und wir verabredeten uns alle fuer spaeter auf dem Kunsthandwerkmarkt. Wieder genossen wir bolsoner Bier, das schoene Wetter und entschlossen, uns nochmal dem geilen argentinischen Fleisch hinzugeben. Wieder wurde wie wild eingekauft, diesmal gab es zweieinhalb Kilo Rinderlende (in Deutschland unbezahlbar, hier fuer 8€!!!) und natuerlich Wein. Wir haben geschlemmt, das Wetter und das traumhafte Bergpanorama genossen, viel gelacht und uns bis in die Nacht hinein in sechs Gaengen die Baeuche vollgeschlagen. Das Leben kann so schoen sein. Ab und zu mussten wir jedoch das Grillgut gegen zu aufdringliche Voegel verteidigen, aber die wissen halt auch, was gut ist.
Wir waren alle am naechsten morgen muede und kaputt, das Wetter war nicht mehr besonders und so waren sich alle einig weiterzufahren. Wir bauten langsam ab und trafen uns nochmal auf dem Markt auf ein Schnitzel. Nach drei coolen und witzigen Tagen und wilden Naechten verabschiedeten wir uns voneinander.

Wir wollten uns nun endlich auf den Weg zu den “abgefahren”-Leuten machen, aber wir waren noch so kaputt und noch nicht in der Laune gleich wieder auf neue Leute zu treffen. So entschlossen wir uns noch kurzerhand in einem Waldstueck zu uebernachten und am naechsten morgen frisch und munter dort einzutreffen.
Wir fanden den Weg zu Klaus und Claudias Grundstueck nicht auf anhieb und haben uns ein bisschen in einem von Aussteigern besetzen Landstueck verfahren. Wir fanden dort wilde Hauskonstruktionen vor, die nicht unbedingt einladend wirkten, doch endlich fanden wir den richtigen Weg. Klaus oeffnete uns den Zaun und wie wir erfuhren wurden wir schon sehnsuechtig erwartet. Auf dem Grundstueck campten noch ein anderes deutsches Paaerchen, die mit ihrem vierjaehrigen Sohn in einem T2-Bus unterwegs waren.
Wir erkundeten tagsueber ein wenig das wirklich tolle und riesige Grundstueck und zum Abendessen sassen wir alle im Haus von Klaus und Claudia zusammen und ich habe seit langem mal wieder Vollkornbrot gegessen. Lecker! Die beiden gingen jedoch frueh ins Bett und so beschlossen wir mit Frank und Kathrin noch ein Flaeschchen Wein zu koepfen. Da es zu kalt war, um draussen zu sitzen und in deren Bus der Kleine schlief, quetschten wir uns zu viert in unser Busschen. Tja, Platz ist in der kleinsten Huette. Auch dieser Abend wurde lang und gegen drei fielen wir todmuede in die Betten.
Ab wir ja eigentlich auf der Suche nach Waerme waren, und es sich wieder ueber den Bergen zuzog verabschiedeten wir uns bald von allen und zogen weiter gen Norden.
Bevor wir wussten wohin wir genau fahren, wollten wir erst nochmal im Internet das Wetter checken und da erreichte uns eine Mail von Norbert, den wir auf dem Schiff kennengelernt hatten. Er draengte uns dazu, doch endlich mal in Trenque Lauquen vorbeizukommen, da es viele Neuigkeiten seinerseits gab. Neugierig und in der sicheren Aussicht auf Waerme, beschlossen wir kurzerhand in den naechsten Tagen die Strecke von etwa 1200km Richtung Buenos Aires auf uns zu nehmen. Aber zuvor wollten wir noch die Berg- und Waldwelt von Bariloche erkunden.

Auf dem Weg in Richtung Bariloche, es regnete unaufhoerlich, suchten wir einen Uebernachtungs-platz am Lago “schlagmichtot”. Die Strasse war eigentlich ein schmaler Pfad mit vielen Schlagloechern und Pfuetzen, gesaeumt von Farnen und nicht gerade autofreundlich. Wir haben sogar teilweise den Weg abgelaufen, um zu checken, ob man mit dem Auto ueberhaupt weiterkommt, denn Wendmoeglichkeiten gab es hier keine. Aber was nimmt man nicht alles auf sich, um einen schoenen Schlafplatz zu finden. Endlich am See angekommen, wollten wir uns eine kuschelige Nische (soweit bei diesem Sauwetter moeglich) mit Blick aufs Wasser suchen, doch der aufgeweichte Kiesstrand hinderte uns gleich daran. Also stellten wir uns ein paar Meter weiter entfernt ab, ohne Blick aufs Wasser. Es regnete ohne Unterlass, wir versuchten uns ein paar Nudeln im Auto zu kochen, aber die zur Neige gehende Gaskartusche verlangsamte das Ganze erheblich. Wir waren an diesem Abend ziemlich lustlos, noch dazu hatte ich mir heftigst den Nacken verlegen, so dass ich mich kaum bewegen konnte und unsere Laune war maessig. Sie verbesserte sich auch nicht am naechsten Morgen, es regnete immernoch, und wir brauchten dringend eine Dusche. So fuhren wir bocklos durch die Gegend, auf die nahe gelegenen Gletscher hatten wir bei diesem Wetter auch keine Lust und suchten den naechstgelegenen Campingplatz auf. Die Fahrt dorthin war wieder mal abenteuerlich und als wir dort ankamen, war niemand am Eingang zu sehen. War nicht verwunderlich, so weit abgelegen und in der Nebensaison. Wir erkundeten den weitlaeufigen Platz, wir waren schon aufs duschen mit eisigem Flusswasser eingestellt, doch mitten im Wald entdeckten wir die Administration und ein Duschhauschen. Der nette Besitzer schuerte sofort den Holzofen an und so kamen wir doch noch zu einer heissen Dusche. Wir stellten unser Auto einigermassen windgeschuetzt zwischen die Baeume und hatten einen traumhaften Blick auf den blauen See. Wir liefen den See ein wenig entlang, doch trozt Sonnenschein zwingten uns die Kaelte und der unaufhoerliche Wind bald wieder ins Auto. Ausserdem verbesserte es nicht meinen Nacken und so sass oder lag ich fast die ganze Zeit mit mehr oder weniger Schmerzen rum.
Ich wundere mich nur immer wieder ueber die Argentinier. Ich weiss ja, dass es auf dem Kalender noch Sommer ist, aber sie kleiden sich dann doch mehr nach dem Kalender als nach dem Wetter. Kurze Hosen und Shorts waeren bei Temperaturen von 10º – 15º fuer mich unvorstellbar – ich trug immer noch Muetze und dicke Jacke – aber hier scheint das keinen zu stoeren. Unglaublich!

Am naechsten Morgen war ich trotz der Naturschoenheit um uns herum uebellaunig, auch Mathias war ziemlich lustlos, wir wussten nicht genau wohin und fuhren traege durch die Gegend. Selbst die beginnende Seenlandschaft mit den bewaldeten Bergen des Nationalparks Nahuel Huapi konnte unsere Laune nicht merklich bessern. Nach einem kurzen Telefonat mit Norbert, in dem er uns mitteilte ein Grundstueck mit Haus gekauft zu haben, waren wir uns beide einig: wir fahren sofort los!
San Carlos de Bariloche liessen wir schnell hinter uns, die Aussicht auf Sonne und Waerme befluegelte uns und nach ein paar Tagen konnten wir ja wieder zurueck fahren und die Route fortsetzen. So fuhren wir durch die Oednis der Pampa und waren ziemlich ueberrascht, dass, je weiter wir Richtung Trenque Lauquen kamen, es immer gruener und heisser wurde.
Am naechsten Tag trafen wir gegen Abend in Trenque Lauquen ein und was uns erwartete, war mehr als wir erhofft haetten. Nicht nur, dass die Temperaturen endlich auch an Sommer erinnerten, Norbert hatte sich ein 4000qm grosses Grundstueck gekauft. Inklusive Haeuschen und Pool. Wobei ich nicht sagen kann, was von beiden groesser ist. Wir haben unser Wiedersehen gebuehrend gefeiert, blieben trotz Wochenende zu Hause, denn nach zwei Tagen Fahrerei durch die Hitze waren wir etwas geschafft. Aber bei etwas Bacardi-Cola hielten wir es doch bis 4.00 morgens aus, es gab ja reichlich zu erzaehlen.

Die zwei Wochen die wir jetzt schon hier sind, sind wie im Fluge vergangen, es gibt staendig etwas am Auto und am Haus zu tun, irgendetwas finden wir immer zum wurschteln. Ansonsten geniessen wir die Zeit am Pool, sind viel im Internet oder schauen uns die Stadt an, ich habe ein paar Stunden privaten Sprachunterricht genommen und wir haben des oefteren gegrillt. Das Haus hat natuerlich seinen hauseigenen Parillagrill, in dieser Hinsicht entsprechen Argentinier wirklich der Vorstellung, die man von ihnen hat. Es gibt an jedem Haus und jedem Camping ueberall Grillmoeglichkeiten und die werden auch fleissig von den Argentiniern und mittlerweile auch von uns genutzt. Die andere Sache ist das Matetee trinken. Ich weiss ja, dass das hier das Nationalgetraenk ist, aber die trinken das wirklich ueberall. Ob am Strand, beim Autofahren oder einfach auf der Strasse, immer haben sie das duenne silberne Roehrchen im Mund, saugen vor sich hin, schuetten wieder Wasser nach und reichen den Becher weiter. Heisses Wasser bekommt man an jeder Tankstelle kostenlos. Dieses Ritual hat sich dagegen bei uns nicht so durchgesetzt.

Da unter der Woche hier nicht so viel los ist, haben wir uns auf das naechste Wochenende gefreut, denn da hiess es Paaaaarty! Wir wollten nicht mit unserem Auto in die Stadt fahren, da wir trotz der Moeglichkeit im Haus zu schlafen, das Auto bevorzugen. Und wenn wir es dann stehen gelassen haetten, haetten wir ja in der Stadt Uebernachten muessen. Norberts Haus ist etwa 7km vom Zentrum entfernt, laufen ist also auch nicht drin gewesen, wir haben keine Taxinummer, also blieb uns nur, zu dritt mit Norberts Moped in die Stadt zu fahren. Das geringste Problem ist hier die Polizei, denn man sieht haufenweise Mopedfahrer, die ihre Frau hinten, ein Kind vorne und das zweite auf dem Bein sitzen haben. Kurios. Nachdem eine Argentinierin das Bild auf unserer Homepage mit den drei Personen auf dem Mofa gesehen hatte, fragte sie nur verwirrt, warum wir dieses Bild ausgewaehlt haetten? Ist schon kurios hier, ebenso, dass man die Motorradpolizei als erstes daran erkennt, dass sie als einzige einen Helm tragen.
Wir konnten unbehelligt durch die Gegend fahren, sogar direkt an der Polizeistation vorbei, nur haben sich alle nach uns umgedreht, denn so eine Maschine sieht man hier nicht jeden Tag, und dann noch mit drei Deutschen. Wir haben uns erst mal gediegen in eine Bar gesetzt, ein kleines Backsteinhaus mit uriger Einrichtung und ein Bierchen getrunken. Danach gings ins “forum”, Trenque Lauquens “Brasserie”, wo an diesem Abend Musik spielte. Die Band spielte typischen Argentinienschnulz mit Rhythmus fuer die Hueften, einige wenige haben das Tanzbein geschwungen, vor allem jedoch der selbstverliebte Saenger, der scheinbar etwas hohl war, denn er durfte ausser seinem Gesang nichts in Mikro hauchen. Es war eine Pracht, die Band und vor allem die anderen Gaeste zu beobachten, unterhalten konnten wir uns kaum, da die Musik bis zur Schmerzgrenze aufgedreht war.
Spaeter kam ein Bekannter von Norbert vorbei, der uns dann in eine Disco begleitete. Dort war zwar meist Jungvolk unterwegs, aber wir haben ausgelasen getanzt, getrunken und die Sau rausgelassen. Gegen 6.00 wurden die restlichen Gaeste rausgekehrt, neben den hunderten Flaschen und Bechern auf dem Boden, und wir haben uns auf den Heimweg begeben. Wieder zu dritt auf dem Moped – ich weiss, wie unvernuenftig – sind wir dem Sonnenaufgang entgegen geduest. In der Quinta angekommen, empfing uns ein traumhafter Sonnenaufgang und da wir immer noch nicht genug hatten, tanzten wir weiter bei lauter Musik unseren “Schattentanz”. Mathias meinte, er braeuchte noch eine kleine Abkuehlung und trotz 8º Aussentemperatur sprang er in den Pool. Erschoepft aber gluecklich krabbelten wir gegen 8.00 ins Bett. Ich glaube, spaetestens jetzt kennt uns die ganze Stadt.
Trenque Lauquen ist eine beschauliche und gepflegte Stadt, mit huebschen Gebaeuden und etwa 35.000 Einwohnern, von denen sich die meisten Sonntags nachmittags auf die Rolle begeben. Erstaunlich, alle Cafés und Eisdielen sind voll, die Autos werden mit Blick auf die Strasse geparkt, die Leute sitzen biertrinkend darin und es werden die Flanierenden beobachtet. Alles dreht sich ums sehen und gesehen werden und da faehrt schon mal zum sechsten Mal das gleiche Moped auf der Hauptstrasse hin und her. Das muss man gesehen haben.

Wir haben fast durchgehend schoenes Wetter um die 25º, manchmal ist es ein wenig bewoelkt und etwas frischer. Nachts kuehlen die Temperaturen haeufig ab und es kann schon mal 4º werden. Hier hat ja gerade der Herbst begonnen. Aber das sind wir ja schon gewoehnt, da wird halt mal wieder der Schlafsack ausgepackt und wenn nach einer sternklaren Nacht wieder die Sonne scheint, ist die Welt wieder in Ordnung. Wir kamen auch einmal in den Genuss eines richtigen Sommergewitters, es stuermte wie verrueckt und es goss aus Eimern. Zum Glueck hatten wir gerade am Vortag das Dach von Blaettern und Aesten befreit, so konnten die Wassermassen gut abfliessen. Ein bisschen ist das Dach jedoch undicht, aber einige Sachen muessen halt am Haus noch gemacht werden. Ebenso das Bad, das zu allererst mal eine Tuere braeuchte. Doch an so etwas gewoehnt man sich hier schnell, Baeder und Toiletten sind in Argentinien ein Kapitel fuer sich. Da herrrscht ein voellig anderer Standard als bei uns, die Tueren sind haeufig nicht abzuschliessen, das Papier, falls ueberhaupt vorhanden, muss man in einen Eimer neben der Schuessel schmeissen – wie appetitlich! – da sonst der Abfluss verstopft. Mischbatterien ist ein Fremdwort, da muss man beim duschen schon aufpassen, man wandert staendig auf einem Grat zwischen erfrieren und sich verbruehen. Nicht, dass ich das grossartig bemaengeln wuerde, aber man bekommt einfach einen Blick dafuer, dass Dinge, die bei uns zur Selbstverstaendlichkeit gehoeren, nicht ueberall als normal hinzunehemen sind. Auch in anderer Hinsicht, es sind viele Kleinigkeiten, die es in Deutschland so nicht geben wuerde, stoeren hier keinen. Uns meistens auch nicht, aber man erkennt schon wie perfekt Deutschland (oder vielleicht Europa) in vielen Dingen ist und wie uebertrieben manche Sachen gehandelt werden. Ich nenne mal ein banales Beispiel: Taschentuecher – wenn es ueberhaupt welche im Supermarkt gibt – bekommt man nur von einer Marke. Die Klebestreifen zum oeffnen und wiederverschliessen reissen nicht zwingend an der Perforation auf, kleben oft nicht mehr und die Tuecher sind so komisch gefaltet, dass, wenn man ein Taschentuch herausholen moechte schon mal zwei in der Hand haelt. Manchmal auch nur ein halbes, da es sofort zerreisst. Aber so ist das eben.

Vor ein paar Tagen musste Norbert kurzfristig mal nach Uruguay, denn sein 3-Monats-Touristen-visum war fast abgelaufen. Also hat er sich mal eben aufs Moped geschwungen, ist die knapp 500km nach B.A. gefahren, schnell mit der Faehre rueber nach Colonia, am naechsten Morgen wieder die Faehre genommen und mit dem Moped zurueckgeduest. Puh! Aber ohnen Visum haette er ganz schoene Probleme bekommen koennen, so als Illegaler, und das waere nach dem Hauskauf ziemlich bloed. Wir verbrachten derweil die Zeit mit der Vorbesitzerin, die gerade auch in T.L. war und fuer ein paar Tage in der Quinta blieb. Leider ist sie nicht die einfachste Person und hat ein paar Familienstreitigkeiten wegen des Verkaufs, aber momentan haben wir die groebsten Unstimmigkeiten beseitigt und freuen uns auf ein schoenes Asado heute Abend.
Wir werden noch zwei Tage hierbleiben, unseren Aufenthalt gediegen ausklingen lassen, doch zuvor muss unser Pauli noch fit gemacht werden. Wir haben naemlich mittlerweile unseren “unauffaelligen” Dachstaender abmontiert, den zweiten Ersatzreifen koennen wir hier unterstellen bis wir ihn wieder benoetigen und fuer die Ersatzkanister werden gerade Halterungen fuer die Heckklappe angefertigt. Die sehen richtig gut aus, sind echte Unikate und das fuer nen Appel un’n Ei. Das ist eben auch Argentinien….

Hier weiterlesen: 10. Trenque Lauquen – Uruguay – Cordoba: Thermen in Uruguay – Wir kommen!

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