05. Buenos Aires – Bahia Blanca

5. Reisebericht: Badekueste am Atlantik

Buenos Aires – 03.01. San Clemente de Tuyú – 07.01. Villa Gesell – 10.01. Necochea – 12.01. Sierra de la Ventana – 15.01. Bahia Blanca

 

Von Buenos Aires ging es dann die Ruta 2 ab in Richtung Mar del Plata. Hier haben wir zum ersten mal gesehen und erfahren was die Pampa bedeutet. Wir sind zwar noch nicht in diesem Bundesstaat gelandet, sondern immer noch in B.A., aber viel platter kann es nicht sein und viel weniger kann es auch nicht geben. Hier sind die Strassen alle wie Bundesstrassen mit unterschiedlichen Geschwindigkeitsbeschraenkungen an die sich eh keiner haelt, jeder faehrt so schnell wie er will und kann, gesaumt von Feldern mit Rindern drauf. Was sonst? Hier haben wir an einer Tankstelle gleich mal feststellen muessen, dass hier einige Kleinigkeiten doch anders sind als bei uns. Wie z.B. der Reifendruck. Den wollten wir testen, ist ja auch nicht verkehrt, nach fuenf Wochen Schiff, aber der zeigt uns 38 an! Und, was sollen wir damit anfangen? Der nette Tankwart meinte das ist o.k., aber die Umrechnung kannten wir trotzdem nicht. Mittlerweile sind wir schlauer und fuer alle, die mal das gleiche Problem haben sollten: 1 bar ist 14.
Nach den vielen Rindern und ebenso vielen Sonnenblumen und anderen Feldern sind wir auf halber Strecke Richtung Mar del Plata in San Clemente de Tuyú angekommen. Das ist ein richtig beschaulicher Ort mit nicht so viel Trubel, vielen Familien und Anglern. Wir wussten noch nicht, ob das das richtige fuer uns sein wuerde, aber wir fuehlten uns auf Anhieb wohl, vor allem, da unser Campingplatz mit direktem Zugang zum Meer hinter den Duenen lag. In den Duenen konnte man reiten oder sich Quads ausleihen um so richtig durch den Sand zu heizen. Oder aber sich einfach nur an den – relativ vollen – Sandstrand zu legen oder ihn abzulaufen. Das haben wir dann auch gemacht und prompt habe ich mich so richtig schoen verbrannt trotz eincremen. Aber wer wird sich denn bei denen beschweren, die im Schnee versinken?
Unser Campingplatz war voll von jungen Paerchen oder (hauptsaechlich Indio-)Familien die zu fuenft in einem Zwei-Mann-Zelt geschlafen haben, da ihre Autos (oft Ladas oder aehnliches) mit den Grillutensilien belegt waren. Die haben zum Teil sogar ihre eigenen “Kuechenzelte” aufgebaut, falls die vorhandenen Grills nicht ausreichen! Oder aber ihre Musikanlagen, denn Musik hoert hier jeder gerne und laut, da braucht man meistens keine eigene mehr. Wir sind uns schon ein bisschen wie im Ostblock (man moege es uns verzeihen) vorgekommen. Aber hier kommt halt auch nicht die Upper-class von B.A. her und zelten kostet auch nur 5 Euro/Nacht. Nichts desto trotz waren die Leute dort nicht weniger liebenswuerdig und gastfreundlich wie wir es vorher schon erfahren haben und so wurden wir von unseren Nachbarn gleich mal zu Wein und Abendbrot eingeladen. Zwar hatten wir diverse Verstaendigungsschwierigkeiten, aber wir benoetigen kein Woerterbuch mehr, und kommen trotzdem ans Ziel. Da hatten wir auch mal Gelegenheit die “neue” Aussprache zu testen. Habe ich noch gelernt, dass ll im Wort wie j ausgesprochen wird (Spanien oder auch Venezuela), musste ich fesstellen, dass das in Argentinien anders ist. Da spricht mann ll wie SCH aus. Ein Gruss an alle Ascheberscher, die taeten sich hier leicht. (z.B. ich heisse: me llamo = me schamo!)

Ansonsten haben wir es ruhig angehen lassen, endlich mal unseren Internetkram erledigt, Bilder und Reiseberichte ins Netzt gesetzt und sind immer mal ein bisschen durch den Ort gebummelt. Der war allerdings bumsvoll, ueberall waren Leute auf der Hauptmeile unterwegs, ein Parilla- oder Pizzarestaurant reiht sich ans naechste, unterbrochen von unzaehligen Souvenirshops, Klamottenlaeden oder Spielgelegenheiten fuer die Kleinen. Hat uns schon sehr an Rimini erinnert. Naja, in einem Strandladen mussten auch wir zuschlagen. Da gab es so suesse kleine Holzstuehle fuer den Strand und kaum gesehen – schon war er uns.
Aber abends merkt man dann doch wieder die vielen Familien, da war dann tote Hose im Ort. Wir haben uns dann in den Pancho (=Hot Dog) Laden gesetzt oder uns in einer richtig stylischen Lounge einen Drink gegoennt und dem geselligen Treiben zugeschaut. Die Leute in Argentinien sind schon interessant. Alle super freundlich aber zurueckhaltend, die Kinder extrem ruhig und duerfen alles, gehen bis spaet in die Nacht mit den Familien essen und wenn sie muede sind schlafen sie einfach am Tisch. Die Jugendlichen bevoelkern bis abends um 22.00 die Internetcafes, spielen und chatten per msn, bis sie mit ihren Familien essen gehen (muessen).
Die Frauen tragen alle Groesse s, egal welche Figur, und am Strand immer eine Form von String, und die Maenner ueberraschen mit einer Frisurenvielfalt, die selbst 80er Jahre Fussballer erschrecken wuerden. Oder aber sie haben traumhaft lockiges Langhaar, um das sie die Frauen beneiden. Oder moderne Irokesenschnitte, die selbst Jens Werner in den Schatten stellen! Gaengies Schuhwerk sind Badeschlappen oder Espandrillos (vor allem Maenner!) und Jeansroeckchen (nur Maedels!). Ein muss! Ueberall auf der Strasse laufen herrenlose Hunde herum, von denen man jeden einzelnen in Deutschland auf der Stelle mit nach Hause nehmen wuerde. Und der Traum aller Traeume fuer Mathias: keine Sau traegt Helme!
Und nach dem vielen gucken gings wieder ab auf den Zeltplatz in unser wirklich bequemes uns kuscheliges Busschen und schlafen! Das wurde hier sogar richtig kuehl nachts. Es hat seit B.A. eh ein wenig abgekuehlt (23°-28°) und das haben wir vor allem nachts gemerkt, wo es die erste Nacht aussen noch 7 Grad und in unserem Pauli nur noch 11 Grad war. Brrr! Aber wir haben es ueberlebt und so langsam wurde es auch wieder waermer.

- Wenn uebrigens mal jemand Wetterinformationen braucht, auf wetteronline ist Verlass! -

Die naechste Station war Villa Gesell. Hier sah sie Welt schon etwas anders aus. Die Autos wurden schon etwas besser und die Strassen waren voll mit Jugendlichen. Zwar immer noch viele Familien, aber es gab hier auch zahlreiche Moeglichkeiten um abends noch wegzugehen. Der Ort ist wesentlich groesser und noch voller.
Wir haben uns erst mal auf einem Campingplatz eingenistet der mitten im Wald liegt, sehr schoen angelegt ist -mit Pool- und das beste: er hat eine 24h Bar. Da es gleich nach unserer Ankunft zu regnen begonnen hat, konnten wir gleich mal unsere Plane aufbauen und testen. Haelt super und macht unseren Platz auch gleich viel gemuetlicher. Da laesst es sich aushalten und nach getaner Tat haben wir uns erst mal an der Bar Burger und ein paar Bier gegoennt. Und dann mussten wir natuerlich auch die Caipirinha probieren, wenn schon 1/2 Liter nur knapp 2 Euro kostet. Danach waren wir richtig in Fahrt (v.a. Mathias) und nach den ruhigen Tagen in San Clemente mussten wir auch mal wieder weggehen. Also nix wie in den Ort gelaufen (bei immer noch leichtem Regen) und ab ins Gewuehl. Erst mal gabs zum warm werden eine Runde Kicker. Und da haben wir ein paar 20-jaehrige kennengelert, die sogar super englisch konnten und mit denen sind wir dann losgezogen. Zuerst mal zu deren Eltern, die in einer Passage einem Schnulzi-Saenger lauschten. Alle waren begeistert, vor allem als Mathias was ins Mikro sagen musste, nachdem sie mitbekommen hatten, dass wir Deutsche sind.
Danach haben wir schnell das Weite und eine Disco gesucht, was sich als ziemlich problematisch rausstellen sollte, da hier jeder irgendwo rein will. Aber die Teenis haben uns dreimal durch den kompletten Ort geschleppt, bis sie die geeigneten Eintrittskarten ergattert hatten. Und schon waren wir irgendwo drin, inklusive Freigetraenk. Die Musik war laut und Techno, und jeder versuchte ein Gespraech mit mir anzufangen, zu knutschen oder zu tanzen. Anstrengend. Vor allem haben wir am naechsten Tag erkennen muessen, dass die auch alle nur maximal 20 Jahre alt waren. Und wir Oldies mittendrin. Aber lustig wars und feuchtfroehlich…
Und den naechsten Tag haben wir dann ganz gediegen bei wieder Sonnenschein am Pool verbracht und uns vom anstrengenden Vorabend erhohlt. Tags drauf sind wir in den angrenzenden Freizeit- und Tierpark gegangen und haben die (leider sehr jaemmerlichen) Tiere gefuettert, den Irrgarten und das Tarzanhaus getestet und uns die Wasserspiele im Teich bei gute Laune-Musik angeschaut. Nicht sehr aufregend, aber schoen.

Danach ging unsere Reisen weiter an der Kueste entlang Richtung Mar Azul. Die “Strasse” hat sich aber eher als Sandpiste entpuppt, was aeusserst anstrengend fuer uns und vor allem unseren Pauli war. Wir haben wider Erwarten kein Meer gesehen, dafuer jede Menge Schlagloecher, Wasserpfuetzen, Hubbel in allen Groessen und Tiefen aber dafuer auch jede Menge kleine Orte mit schoenen Haeusern. Wir hatten Mar Azul erreicht (ohne es zu merken) und wollten aber lieber wieder auf richtigen Strassen weiterfahren und so haben wir uns weiter Richtung Mar del Plata gemacht.
Das war der Hammer! Da liegen riesige Hotelanlagen aneinandregereiht direkt am Strand und der ist vielleicht schoen, aber das konnten wir nicht erkennen, weil der war so voll, wie ich noch nie einen volleren Strand gesehen habe! Das war wirklich ausserst interessant das mal anzusehen, aber wir hatten wirklich keine Lust drauf, das naeher zu erleben. Einmal durchfahren, das reicht! Auch das moegen mir die Argentinier verzeihen, denn wie ich gelesen habe, ist das ihr ganzer Stolz. Aber so moegen sich die Geschmaecker halt unterscheiden, wir moegen die Straende halt eher ruhig.
Ach, die Autos haben sich hier auch etwas veraendert. Nix mehr nur Lada und alte Schuesseln, zwar auch noch zahlreiche Fiat 500, Renaults, deren Modelle wir gar nicht kennen, das haeufigste Auto hier glaube ich ist der Peugeot 206 (remeber Siggi), aber hier fahren auch haufenweise die Benze und BMW rum. Und das beste ist, uns hat bisher noch keine einzige Polizei angehalten. Und Kontrollen gibt es hier wirklich haufenweise. Aber die erste kommt bestimmt…

Die weitere Strecke nach Mar del Plata war auesserst abwechslungsreich. Zuerst kamen viele Straende, fuer die man Eintritt bezahlen musste. Weiter hinter folgte eine Steilkueste mit Felsklippen, ab und an gesaeumt von Bauemen in deren Schatten und windgeschuetzt sich auch die Urlauber tummelten. Danach wieder die gewohnte Oede mit Rindern, Feldern und Sonnenblumen, ab und zu mal grosse Truck-Stops, Alleen, die zu Estancias fuehren, Parilla-Restaurants oder riesige Getreidesilos mit hunderten von LKWs davor, die auf Ladung warten.

Wir sind dann in Necochea gelandet, haben uns dort auf einem sehr schoenen Zeltplatz mit Steincabañas (teilweise mit Whirlpool!) und Pool direkt am Fluss eingemietet. Wir sind unserem Autochen natuerlich treu geblieben! Erst mal haben wir uns haeuslich eingerichtet, man muss ja schauen, dass es gemuetlich ist, dass wir nicht kopfueber liegen und vor allem wie der Wind steht. Danach gings ab zum heissersehnten Parilla. Oi, da haben wir uns aber drauf gefreut. Fuer alle, die es nicht wissen, Parilla sieht folgendermassen aus: Manchmal gibt es zum Entree ein paar Empanadas, muss aber nicht sein. Dann gibt es Wuerstchen, lecker, lecker, danach Innereien, igitt! Wir haben mittlerweile gelernt, denn zuerst dachten wir die leckeren Kringel mit Kaese ueberbacken waeren Garnelen oder so etwas (ich fand sie von Anfang an schon nicht so prickelnd), aber mittlerweile wissen wir es besser! Es handelt sich um Darm!!!! Wuerg! Diesen Gang, bzw. alles mit Innereien lassen wir seitdem ausfallen und gehen gleich zum naechsten, dem besten ueber: Fleisch! So viel du willst oder kannst. Fuer das alles (inklusive Flasche Wein und Wasser und Cola) haben wir etwa 12 Euro bezahlt. Da sind dann auch noch ein Bierchen in der Bar nebenan drin, auch wenn der Bauch fast platzt. Und mit ein paar Muenzen gabs superlaute Musi aus der Juke-Box, die abwechselnd wir oder die Einheimischen gefuettert haben. Zurueck an unserem Zeltplatz haben wir uns dort ins Bistro gesetzt und den Wuschel-Surfer-Barman kennengelernt. Der konnte auch gut englisch, was ja manchmal die Kommunikation erleichtert. Mit ihm sind wir dann so um 3.00 noch in eine Bar am Strand gefahren, die war voll (hier gehen ja alle spaeter weg, es wird ja auch erst ab 22.00 gegessen) und wir haben uns die Nacht um die Ohren gehauen. Als wir wieder im Bus waren wars schon lange hell.
Am naechsten Tag, weil wir ja fleissige Deutsche sind, haben wir unseren eingespritzten Pauli geputzt. Er war ja ganz schoen eingesaut von der “Spritztour” auf der Sandpiste. Danach haben wir uns im Supermarkt ein bisschen mit Schinken, Kaese, Brot und Tomaten eingedeckt, denn so ein Vesper ist immer lecker. Und Milch, wir trinken hier fast taeglich einen Liter (“die Milch machts!”) und haben uns bereits einen Milchbehaelter gekauft, den braucht man hier, denn die Milch ist immer in so Schwabbeltueten. Und wir waren ein bisschen im Pool, aber nicht sehr lange, denn der Wind hat so geblasen, das ist der Wahnsinn. Ich weiss, dass wir hier im Land der Winde sind, aber auf Dauer waere das nix fuer mich. Aber ist ja nicht immer so. Danach gings mit heftigem Regen weiter, Dauerblitze und natuerlich Wind. Die Blitze hier sind der Hammer, es blitzt in einer Tour, so etwas habe ich selten gesehen. Toll. Und was soll man dann schon gross machen als sich ins Bussle zu kuscheln und zu schlafen. Wir schlafen hier eh extrem gut und viel, das ist wohl die viele frische Luft, keine Heizung oder so. Schnarch.
Am naechsten Tag gings wieder auf die Piste, durch die Pampa (Sonnenblumen und Rinder) und man hatte manchmal Schwierigkeiten das Auto zu halten, so heftig waren die Windboen. Wir sind dann in Sierra de la Ventana angekommen. Das liegt am Fusse der gleichnamigen Sierra und ist ein kleiner Ort. Dort wollten wir aber vorerst bleiben, um erst einmal in meinen Geburtstag reinzufeiern (es gibt ein Casino im Hotel Residencia) und spaeter wollten wir ein bisserl wandern, denn es gibt ein “Felsfenster” von 8×5 m, durch das man einen tollen Blick auf die Bergwelt hat.
Im Ort angekommen wollten wir erst mal zur Touri-Info, die war aber erst mal geschlossen (Siesta), dann wollten wir tanken, Benzin gabs aber erst ein paar Stunden spaeter (auch Siesta?), im Internetshop funktionierten die Leitungen nicht (nochmal Siesta?) und der Supermarkt hatte natuerlich auch: Siesta! Als dann um 17.00 wieder das Leben in diesem Ort begann haben wir alles erledigt, uns auf einem Zeltplatz eingenistet und erst mal ausgeschlafen und dann chic gemacht, zum Ausgehen. Ich habe mir sogar ein Buegeleisen ausgeliehen (“Buegeleisen? Ihr seid doch im Urlaub!”) um unsere zerknitterten Klamotten dem Anlass angemessen zu glaetten. Soweit es ging.
Zuerst sind wir ins Hotelrestaurant gegangen, haben etwas gegessen und ein Flaeschchen Wein gekoepft und kurz vor zwoelf haben wir uns dann das Treiben im Casino angeschaut. Da war sogar was los und um 24.00 gabs dann zur Feier des Tages erst mal Champagner. Prost, man wird ja nur einmal 30. Geschenk hatte ich keines erwartet, wann haette Mathias auch was besorgen sollen, wir sind ja fast 24 h am Tag zusammen, und doch habe ich das tollste Geschenk ueberhaupt bekommen. Ich bin jetzt stolze Mitbesitzerin von unserem Pauli!
Danach haben wir uns beschwingt an den Roulettetisch begeben, was aber eigentlich ziemlich langweilig ist. Besser dagegen: Black-Jack. Das macht mit ein paar Leuten am Tisch und wenn man das System checkt richtig Spass. Und wir waren ein gutes Team. Ich habe auch noch einen doppel Black-Jack gehabt, das gibts nicht oft. Ich habe mich danach mehr dem Getraenke holen und quatschen zugewandt, waehrend Matzi den Abend wieder rausgespielt hat. Wir waren in Fahrt, und nachdem das Casino schloss haben wir uns mit ein paar Gaesten nochmal an die Hotelbar gestellt, weiter Champagner getrunken und den Senator kennegelert. Keine Ahnung ob der wichtig war, es hatte aber den Anschein. Und mit ihm gings dann weiter in eine Bar/Disco, wo ich auch fast getanzt haette, haette dieser “Intro-DJ” (Wenzel, bist du´s?) die Lieder nur ausgespielt.
Leider hat dann zum Abschluss meine Kamera den Boden gekuesst und geht jetzt nicht mehr. Die haben wir jedoch in Bahia Blanca zum reparieren gebracht und warten noch auf ein Ergebnis. Aber egal, der Abend war toll und als uns der Senator wieder auf unseren Zeltplatz fahren wollte haben wir ihn nicht mehr gefunden und sind ein bisschen durch die Gegend geirrt. Aber am Ende waren wir richtig.
Meinen Geburtstag haben wir sehr gediegen angehen lassen, sind ein bisschen ins Schwimmbad gegangen, haben uns mit Essen eingedeckt und uns endlich ein Verlaengerungskabel gekauft. Den Strom gibts schliesslich in den Baeumen (auf Zeltplaetzen) und ab sofort muessen wir auf Batterien achten, da meine alte Kamera wieder in Aktion kommt. Leider hatte sich Mathias eine ordentliche Erkaeltung eingefangen und ich war ein wenig gefrustet, da ich ausgerechnet an diesem Tag keinen Funkempfang hatte und noch dazu meine e-mails nicht funktionierten. Aber wir haben ja noch die Shout-Box (unser Fenster zur Welt) und die lieben Gruesse und das riiieeeessen Eis haben mich auch wieder versoehnt.
Am naechsten Tag wollten wir endlich in die Bersche. Trotz Erkaetung und Regen haben wir uns auf den Weg gemacht und uns direkt im Naturreservat auf einem Platz im Wald eingemietet. Dort haben wir leider keinen Strom bekommen, aber Infos ueber das “Fenster”, durch das wir dann am naechsten Tag schauen wollten.
Frueh haben wir uns dann auf die Socken gemacht, doch leider war diese Route aufgrund der enormen Regenfaelle am Vortag gesperrt und wir sind auf eine andere Route zu Naturpools ausgewichen. Die war auch nicht so anstrengend, was fuer den geschwaechten Matzi auch ganz angenehm war. Bei den Pools angekommen haben wir erst mal unser Vesper ausgepackt (deutsche! Salami) und unser erstes “wildes” Tier gesehen. Eine Schlangenkopf schaute zwischen Felsritzen hervor, keine zwei Meter von meinem Kopf entfernt. Wir, Sachen gepackt, runter vom Fels und Mathias wollte sie ganz mutig mit einem Stock anstumpen. Ich hatte schon die Kamera im Anschlag und als er sie beruehrte ist der Frosch weggehuepft. Ui, ganz schoen wildes Tier, so ein Frosch.

Nach all diesen “Anstrengungen” sind wir nach Bahia Blanca gefahren um uns fuer die Fahrt nach Peninsula Valdes und Feuerland vorzubereiten. Wir haben uns dort im Zentrum ein Hotel genommen, das erst Mal in unserer Reise, und wieder mal Internetkram zu regeln, meine Kamera und Mathias Sonnenbrille reparieren zu lassen.
Bahia Blanca ist eine richtig schoene Stadt. Wir hatten urspuenglich nicht viel erwartet, da unser Reisefuehrer sie nur als grosse Industriestadt dargestellt hatte, aber somit wurden wir sehr positiv ueberrascht. Ueberall tolle alte Gebaeude, die Strassen extrem sauber und ueberhaupt herrscht hier ein sehr angenehmes Flair. Nur habe ich ein kleines Problem mit diesen Blocks. Eigentlich ist das ja recht einfach, alle Strassen sind im Schachbrettmuster angelegt, aber bei mir versagt da die Orientierung. Mathias faehrt hier problemlos durch die Gassen, weiss sogar meistens in welche Richtung gerade Einbahnstrasse ist und faehrt hier durch, als wuerde er schon seit Jahren hier wohnen. Ich erkenne vielleicht ein paar mal ein Haus wieder, aber weiss nicht mehr wohin. Ich muss mich ja auch nie richtig orientieren, da er eh schon weiss wo es hin geht.
Ausserdem hat man keine Probleme nachts auf der Strasse unterwegs zu sein und hier gibt es wenig Tourismus. Ueberhaupt haben wir noch keine anderen Leute ausser Argentinier getroffen. Bin ja mal gespannt, wann wir die ersten Deutschen sehen? Hat keine zwei Stunden gedauert, da haben wir auf unserem Campingplatz die ersten Touris getroffen. Eine Familie aus Chile (zaehlt noch nicht so ganz) und ein junges Paerchen aus Frankreich. So, jetzt ist der Knoten geplatzt.
Ich werde heute Abend meine reparierte Kamera abholen (yippieh!) und dann gehts los zur Peninsula Valdes, Pinguine gucken.

Was man mal bemerken muss: wir sind hier im Land der Extreme!
Hier ist wirklich vieles extrem. Begonnen bei den Winden. Extrem starke Winde und sie wechseln auch sehr schnell, mal kommt warmer Wind vom Norden, mal eisiger Wind von der Antarktis. Ueberhaupt ist das Wetter extrem abwechslungsreich, mal heiss, mal kalt, Regen und fuenf Minuten spaeter Sonne und extrem viele Blitze.
Die Landschaft ist auch extrem, viele Rinder, extreme Weiten und wir haben bisher nur einen Bruchteil dessen gesehen, was die Natur hier noch zu bieten hat.
Will man hier essen oder trinken bekommt man immer extrem viel, oder extrem grosse Flaschen. Beim Bier wars schon erwaehnt, aber eine 1 1/2 Liter Flasche Cola zum Abendessen ist hier auch normal. Und Fleisch gibts auch extrem gutes und extrem viel! Auch das Eis (Eis wird hier kiloweise in der Eisdiele verkauft) ist extrem lecker. Es gehen auch extrem viele Leute extrem spaet essen, was uns sehr angenehm ist.
Vor allem sind die Argentinier extrem freundlich und hilfsbereit. Der Hammer. Die Kinder sind extrem ruhig und duerfen auch sehr viel. So wie die Teenis. Und die sind Extrem jung schon sehr taettowiert.
Und die Straende sind extrem voll! (Siehe Mar del Plata)

=> wir sind hier extrem richtig, wir zwei extremen Blondies!

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